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by Michael Goldschmidt 7.03

Als Nikon Anfang 2002 die Coolpix 5000 auslieferte, stellte sie die digitale Fotowelt grundlegend auf den Kopf. Mit 5 Millionen Pixel, Vorsatz - Wechselobjektiven bis hin zum Fisheye, minimalster Auslöseverzögerung und externem Blitzanschluss wurde sie über Nacht zum Klassiker, der auch unter Wasser hervorragend eingesetzt werden kann. Milan Czapay stellte zur Boot 2002 sein UW – Gehäuse zur Coolpix 5000 vor, das kurz darauf ausgeliefert wurde. Aber um einen wirklich realen Testbericht produzieren zu können, dauerte es diesmal länger als gewohnt, denn es galt noch eine Reihe von digitalen Eigenheiten näher zu untersuchen und Verbesserungen auf den Weg zu bringen. UnterWasserWelt war mit dem System in Bergseen und tropischen Meeren und verblüffte mit den Bildergebnissen selbst alterfahrene Analogfotografen.

Ein Irrglauben hatte die UW – Fotoszene befallen, als man vollmundig verbreitete, dass die digitale UW – Fotografie kaum Unterschiede zur Arbeitsweise mit herkömmlichen Kameras, bestückt mit Dia- oder Negativfilm, mit sich brächte. Tatsächlich gibt es doch eine ganze Reihe von Eigenheiten, die man kennen und beherrschen muss, um im Rahmen höherer Investitionen auch zu guten Ergebnissen zu kommen. Solange man nur einfache Digitalkameras mit eingebautem Blitz den analogen Einsteigersystemen nach Art der Motomarine gegenüberstellte, fielen die Unterschiede nicht so deutlich aus, weil auch die Erwartungshaltung an das Resultat dem Anschaffungspreis angepasst war. Hauptsache man hatte etwas einigermaßen gut belichtet und ausreichend scharf auf den Chip oder Film gebannt, was dem persönlichen Erinnerungswert dient und auch mal im Freundeskreis hergezeigt werden kann.
Bereits überzeugte Digitallichtbildner warteten aber auf eine Kamera vom Kaliber der Coolpix 5000, die deutlich günstiger als die teuren digitalen SLR – Bodys über den Ladentisch geht, höchste Auflösung bietet und dank umfangreichen Zubehörs für den Einsatz im UW – Gehäuse geradezu ideal ist. Natürlich ist auch der Anschluss eines externen Blitzgeräts das A und O für die digitale UW – Fotografie und diesen bietet die Coolpix 5000.

Meisterstück: Blitzeinsatz

Allerdings gibt es da beim Blitzgerät bereits zwei Punkte, die man wissen muss und das stellt sich erst nach den ersten Tests oder dem Studium der Anleitung heraus:
Der neue Systemblitz Nikon SB 80, den es auch in einer (teureren) DX Version gibt, ist zwar die ideale Ergänzung zur Coolpix 5000, aber man kann sich ein Pfund Euros sparen, wenn man nicht die DX – Version kauft, die spezielle Features für die Verwendung mit digitalen Kameras eingebaut hat. Der Grund: Die Coolpix 5000 kann diese DX - Features nicht nutzen! Im Fotohandel wird man Ihnen das aber wohl kaum freiwillig auf die Nase binden! Die zweite Falle, die im Rahmen unserer langen Testreihe bei SEALUX aus dem Weg geräumt wurde ist die Tatsache, dass der SB 80 Blitz nur dann den von einer D1 (nicht Coolpix 5000!) ermittelten TTL – Belichtungswert berücksichtigt, wird er in klassischer Form, also mit abgewinkeltem Reflektor, in ein Blitzgehäuse eingebaut. Das ursprünglich verwendete Gehäuserohr, in dem der Vorgänger SB 24 klaglos arbeitete, erfordert den Einbau in gestreckter Form und das wiederum legt beim SB 80 die notwendigen Features zur TTL – Steuerung lahm. Um es nochmals klar zu sagen: Echtes TTL gibt es nur mit der teuren D1 oder deren Schwestermodellen,  nicht mit der Coolpix 5000! Das Problem der Überberlichtung fiel uns ja von Anfang an auf, aber es war ein längerer Weg, bis wir verstanden, woran es wirklich lag. Mit der Coolpix 5000 kann der externe Blitz SB 80 manuell oder als Computerblitz mit vorgewählter Blende verwendet werden.

Da das digitale Medium einen deutlich geringeren Kontrastumfang im Motiv verträgt als Negativfilm und fast noch zickiger auf geringe Überbelichtung reagiert als Diafilm, muss man als Digitalfotograf ab dem Einsatzlevel einer Coolpix 5000 eben mitdenken und gegebenenfalls eingreifen, geht es um die korrekte Blitzbelichtung.
Na ja, denkt man sich jetzt, kein Problem, man kann das Bild am Monitor gleich kontrollieren und wenn es in die Hose ging mit geänderter Einstellung noch mal versuchen. Aber – ein ganz lang gedehntes aaaaber – das funktioniert nur bei statischen Motiven, der Hammerhai wartet kaum, bis man ihm ein Zeichen gibt, dass die Aufnahme gelungen im Kasten ist  u n d  es gehört eine Portion Erfahrung dazu auf dem kleinen Monitor zu beurteilen, ob die Belichtung in allen Feinheiten tadellos ausfiel. Da gibt es Täuschungsmöglichkeiten genug und im Endeffekt sieht man es frühestens auf dem Computerbildschirm!

Mehr Licht

Welche Tücke liegt aber noch im Objekt verborgen? Stellen wir uns einmal vor, Sie wollen unter einem Überhang in 20 Meter Tiefe leuchtende Korallen fotografieren, die von der Felsdecke herabhängen. Oder, Sie machen einen Nachttauchgang, natürlich mit der Kamera im Schlepptau. Was sehen Sie dann auf dem Monitor? Wir spannen Sie nicht lang auf die Folter – der Monitor ist finster wie ein Kohlensack. Ideale Voraussetzung also für das Gestalten von ansprechenden UW –  Aufnahmen. Nachdem uns das bereits beim ersten Testeinsatz im Indoortauchzentrum  auffiel, das auch einige Becken mit nur schwach einwirkendem Licht bietet, war klar, dass hier weiterer Handlungsbedarf bestand.
Es gibt ja ohnehin die Diskussion, ob für den Einsatz in der digitalen Fotografie nicht Lampen die bessere Lösung darstellen, eben auch, weil man dann unter ungünstigen Lichtverhältnissen auf dem Monitor wieder etwas sieht und der Autofokus sicher arbeiten kann.
Unsere Antwort ist nicht gerade preiswert, wird aber der Sache gerecht: Am besten ist die Kombination aus beidem – Blitz und Lampe.
Gerade bei Tageslicht hat in klaren Gewässern der Blitz mehr Kraft auch größere Objekte strahlend zu beleuchten - mit Reserven für die Lichtmischung aus Blitzlicht und vorhandenem Tageslicht.
Aber unser für diesen Test in einer Langzeitstudie eingesetztes Daylight der Fa. Keldan aus der Schweiz ermöglichte eine völlig neue Art der Bildgestaltung. Erstmals war es möglich bewegte Objekte unter Wasser auch bewusst mit Bewegungsunschärfen abzubilden, weil das Licht einer Lampe wirkte und nicht der alles erstarrende kurze Moment der Blitzbelichtung das Motiv insgesamt einfror.
Natürlich ist es generell möglich das digitale Fotosystem von SEALUX ausschließlich mit einer Lichtanlage des selben Herstellers zu bestücken, das sonst an Videogehäusen Verwendung findet. Aber natürlich haben Lichtanlagen ihre Grenzen und größere Objekte , das kann schon ein Taucher in seiner ganzen Länge sein, wird je nach verwendetem Objektiv nicht völlig ausgeleuchtet. Wenn Sie jetzt sagen, wieso funktioniert das aber bei Video, dann muss ich antworten, dass es da auch nicht funktioniert, man merkt es nur nicht deutlich. Video ist ein bewegtes Bild, die Aufmerksamkeit des Zuschauers ist nicht auf ein einziges Bild fixiert, sie wird laufend neu herausgefordert.

Merksatz: Für den engagierten UW - Einsatz digitaler Kameras ist eine Kombination aus Blitz und (videotauglicher) Leuchte (bevorzugt Daylight) ideal. Eine gute Lösung stellt eine geeignete Lichtanlage dar. Nicht empfehlenswert ist der Blitz allein.

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