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Flora und Fauna
Seit mehr als 20 Jahren bestehen die Schutzmaßnahmen an den Islas Medas. Und sie zeigen Wirkung. Mehr als 600
Tierarten vom Fisch bis zur Nacktschnecke wurden hier wissenschaftlich erfasst. Früher wurde an den Medas gefischt, geangelt, harpuniert und man hat Edelkorallen
gesammelt wie Pilze im Wald. Lang ist es her und das ist gut so. Die Unterwasserwelt der Islas Medas ist fast wieder so wie in den Nachkriegsjahren. Viele Höhlenwände
zeigen hoffnungsvoll, wie es einst war, als Edelkorallen so dicht wuchsen, dass man von einem roten Teppich sprechen konnte. Da nichts entnommen werden darf, haben
sich Neptunschleier, Schwämme, Aktinien sowie gelbe, weiße und rote Gorgonien in üppigem Maße entwickelt. Der Bewuchs ist stellenweise grandios und fotografisch ein
echter Hit. Mit dem Bewuchs hat sich auch eine enorme Fischvielfalt eingestellt. Petermännchen, Kraken, Sepien, Meerraben, Barben, Schleimfische, Nacktschnecken,
Fahnenbarsche, Grundeln, Conger und Muränen sind ständige Begleiter fast aller Tauchgänge. Den Skorpionsfischen scheint es besser als im Paradies zu gehen. Manche sind
so groß, dass man sich lange besinnen muss, derartige Kaventsmänner je einmal in den Tropen gesehen zu haben. In den Brandungszonen begegnen einem Meeräschen, die mit
geöffnetem Maul die aufgewühlt Wasseroberfläche nach Essbarem durchsieben. In ihrem Fahrwasser finden sich immer wieder solitäre Brassen ein, die ohne Scheu vor
Tauchern auf Armlänge herankommen. Fischschwärme, die sonst im Mittelmeer als kleine Sensationen verkauft werden, sind vor den Islas Medas präsent wie der
Sonnenaufgang am frühen Morgen. Sardinen pulsieren in gigantischen Wolken, Brassenschwärme lassen die Taucher hindurchgleiten, Barrakudaschwärme sind an verschiedenen
Stellen zu sehen. Der Knaller aber sind die Medas - Zackenbarsche. Nicht nur, dass es viele davon gibt, sie haben sich auch prächtig entwickelt, seit sie nicht
mehr gejagt werden. Und sie sind im Großen und Ganzen fast handzahm. Jedenfalls die, die im Bereich der stark frequentierten Tauchplätze leben. Manche sind so
zutraulich, dass man sie fast mit der Kamera wegschubsen muss, damit man noch vernünftig fotografieren kann. UW - Fotografen und Filmer haben hier mehr Möglichkeiten,
zu guten Zackenbarschbildern zu kommen, als anderswo. Experten glauben, dass die Medas - Zackis die handzahmsten im Mittelmeer sind. Tatsache ist: Solche Bilder
gelingen selbst in den Tropen nur selten. Manche der Tiere begleiten die Taucher sogar durch die Höhlen und an den Steilwänden entlang, dabei glotzen sie immer wieder
frech in das Frontglas der UW - Kamera. Warum sind die Medas - Zackenbarsche so taucherfreundlich und neugierig? In Rosas, einem nördlich gelegenerem Badeort, wo
ebenfalls Jungbarsche ausgesetzt wurden, die sich ebenfalls gut entwickelten, kamen wir nicht mal im Entferntesten so nah ran. Für Bilder absolut ungeeignet. Vermutet
wird, dass die Medas - Zackis in früheren Jahren angefüttert wurden und wie uns bestätigt wurde vermutlich auch heute noch. Von L`Estartit aus fahren täglich auch
Glasbodenboote zu den Medas - Inseln und die müssen ihren Gästen auch Fische präsentieren. Füttern ist das beste und probateste Mittel, die Tiere an bestimmte Plätze
zu binden. Und die Fische wissen mittlerweile aus Erfahrung, dass ihnen in diesem Gebiet keine Gefahr droht. Taucher sind harmlos, bringen im Gegenteil auch mal ein
Ei, etwas Brot oder einen anderen Leckerbissen mit. Vor dem Anfüttern der großen Exemplare wird aber gewarnt. Einige Medas - Zackenbarsche kommen größenmäßig auf
etwa 1,5 m. Das Maul hat dann entsprechende Dimensionen und nicht immer kann der Fisch im Fresseifer Hand und Futter auseinander halten.
UNISUB
Man schrieb das Jahr 1962, als der Engländer Anthony Patrick Murray nach l`Estartit kam und sich in das idyllische Fischerdorf verliebte. Er blieb und gründete die
erste Tauchbasis an der Costa Brava - heute UNISUB genannt. Das offizielle 40-jährige Firmenjubiläum wird 2005 gefeiert. Heute betreibt UNISUB zusammen mit Medaqua
drei Boote und kann 120 Tauchflaschen in den Größen 10 l, 12 l und 15 l zur Verfügung stellen. Die Basis ist wegen ihrer hohen Qualität stets gut ausgelastet. Neben
Anthony Senior, der sich so ganz allmählich vom Tagesgeschäft zurückziehen will, um sich mehr der UW - Fotografie und dem Golfspiel widmen zu können, kümmern seine
beiden Söhne Anthony (Office Manager) und Sean (Technischer Direktor) um den Ablauf der Geschäfte. Mit einer Wald- und Wiesentauchschule hat das schon
lange nichts mehr zu tun. Planung ist alles. Viermal am Tag fährt UNISUB die Medas oder einen Küstentauchplatz an. Die Boote sind groß, fassen bis zu 30 Taucher
oder bei Bedarf noch mehr. Das hört sich nach viel an und ist es auch. Die drückende Enge an Bord ist aber unter Wasser aufgehoben, weil die Tauchplätze sehr
weitläufig sind. UW - Fotografen und Filmer brauchen also nicht zu fürchten, dass sie nur Blasenvorhänge fotografieren. Wenn Anthony-Senior mit an Bord ist, gibt es
beste Tipps für Fotografen. Und noch eines mag wichtig sein: Bei UNISUB taucht man eigenverantwortlich mit seinem Partner, kann sich als erfahrener Taucher deshalb
sehr individuell entfalten. Fotografen und Filmer werden das besonders begrüßen.
Infos und Tipps
Anfahrt
Von Bonn sind es ca. 1300 Km, von Stuttgart ca. 1200 Km bis L`Estartit. Die Fahrt geht normalerweise über Lyon Richtung Marseille nach l`Orange und
Perpignan. Von dort zur spanischen Grenze. Da man nur Autobahn fährt, kann man die Strecke in einem Tag schaffen. Nehmen Sie trotz der guten Beschilderung aber eine
vernünftige Landkarte mit. Auf der spanischen Seite sind die Abfahrten (spanisch Sortida) mit Nummern versehen. Verlassen sie die Autobahn an der Nummer
6....L`Estartit ist angeschrieben. Weiter bis zur Küste. Lassen sie sich auf der Fahrt nicht verunsichern, Hinweise auf L`Estartit kommen erst nach geraumer Fahrtzeit,
wenn man die Orte L´Escala, Verges bzw. Torroella erreicht hat. In L`Estartit müssen Sie etwas aufpassen, die Straßen sind teilweise mit hinterhältigen Autofallen
(tiefe Mulden oder Schwellen) versehen, damit man langsam fährt.
Wohnen
In L`Estartit kann man auf zwei schönen Campingplätzen nächtigen, gelangt
dann aber morgens etwas umständlich zum Hafen. UNISUB vermittelt direkt am Hafen neben der Basis schöne Appartements mit Blick über das Meer. Nicht billig, aber
ungemein praktisch. Empfehlenswert für alle UW - Fotografen mit schwerem Equipment. Weitere Unterkunftsmöglichkeiten bieten diverse Hotels verschiedener
Kategorien, für die UNISUB Kostenvoranschläge erstellt und Reservierungen entgegennimmt. Bei Reservierungen ist eine Anzahlung von 40% des Gesamtbetrages zu
entrichten.
Essen
In den Appartements sind Kochmöglichkeiten, Lebensmittel bekommt man in vielen Läden frisch und in guter Qualität. Auch ein
Aldi-Markt hat sich vor den Toren der Küstenstadt niedergelassen. Essen kann man in vielen einheimischen Kneipen. An der Uferpromenade reiht sich Lokal an Lokal.
Vergleichen Sie die Preise, nicht alles ist günstig. Das Bummeln am Abend mit anschließendem Essengehen hebt zweifelsohne die Stimmung und macht den Aufenthalt zu
einem reizvollen Vergnügen. In allen Restaurants wird die Rechnung, wenn man in einer Gruppe essen geht, immer pro Tisch ausgestellt. Das sind wir nicht gewohnt und es
macht teilweise auch erheblich Mühe, den korrekten Betrag von allen Teilhabenden zusammenzubekommen. Sehen sie das als unterhaltsames Spiel an. Es ist hier üblich und
auch bei gutem Zureden nicht zu ändern. Vielleicht sind die Kellner schwach im Rechnen oder zu faul für Einzelabrechnungen. An der
Promenade findet man zum Abschluss üppig bestückte Eiscafes, die neben dem Gewohnten auch skurrile Eissorten anbieten. Billig sind die voluminösen Kugeln nicht, aber
sehr wohlschmeckend in der lauen Luft.
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