 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
 |
 |
|
|
|

|
Interview mit Genis Dalmau Touristikmanager von L`Estartit UWW: Wieviele Einwohner hat L`Estartit?
Genis Dalmau: Etwa 8000, im Ortskern sind es 2000. Im Sommer mit den Touristen aber ca. 40000.
UWW:
Der Ort scheint bei den Touristen sehr beliebt zu sein. Lassen sich viele Rentner nieder, um hier ihren Lebensabend zu verbringen?
Genis Dalmau:
Einige sicherlich, die Zuwanderung hält sich aber in Grenzen, denn Spanien ist kein Billigland mehr. Wir sehen diese Entwicklung auch bei den Tauchern. Deutsche Unterwassersportler sind gegenüber den Franzosen deutlich weniger anzutreffen. Das mag an den Preisen liegen, an der wirtschaftlichen Lage in der Deutschland, an der Entfernung und eventuell auch an der Sprache. Genau wissen wir es natürlich nicht. Aber Hurghada ist bei einem 14-tägigen Urlaub billiger und die Leute überlegen sich schon, wo sie ihre Ferien verbringen.
UWW: Gibt es noch Liegeplätze im Hafen?
Genis Dalmau:
Offiziell sind 600 Schiffe registriert. Neue Liegeplätze sind nicht geplant. Wir registrieren aber auch viele Schiffe auf der Durchreise, die nur wenige Tage bleiben.
UWW: Welche Bedeutung hat der Tauchsport für L`Estartit?
Genis Dalmau:
Tauchen ist sehr wichtig für die Entwicklung der Stadt und deren Steuereinkommen. Immerhin sind 15% aller Touristen Unterwassersportler.
UWW:
Kann sich die Stadt in den Hanglagen noch ausdehnen?
Genis Dalmau:
Nicht übermäßig. Das Bauen an den Hanglagen ist nicht ungefährlich, wir hatten auch schon Erdrutsche. An den Steilhängen ist deshalb das Errichten neuer Häuser verboten worden. Außerdem brauchen wir grüne Areale wegen der Luft. Vom gesamten Stadtgebiet sind 40% geschützt - dürfen also nicht bebaut werden, davon ist 20% als Ackerland ausgewiesen und 20% sind Grünflächen.
UWW: Welchen Stellenwert hat Camping?
Genis Dalmau:
Camping ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wir besitzen zwei große Campingplätze, die sehr gut besucht sind. Eine Tauchschule ist dort aber nicht vorhanden.
UWW: Was bietet das Hinterland?
Ganis Dalmau:
L´Estartit ist das Zentrum der Costa Brava. Wir besitzen diverse Ruinen der Römer und Überbleibsel aus dem Mittellalter. Tauchen, Schwimmen, Bergsteigen, Radfahren und Trekking-Touren sind die am häufigsten betriebenen Freizeitgestaltungen.
UWW: Wann begann der Aufstieg von L`Estartit zur Ferienregion?
Genis Dalmau:
Die ersten Touristen kamen bereits Anfang der 60er Jahre. Der eigentliche Aufschwung begann aber in den 70er Jahren als die deutschen Taucher den Ort und die Islas Medas als erstrebenswertes Ferienziel entdeckten.
Die Zukunft von L`Estartit liegt in einem vielseitigen Freizeitangebot. Action-Urlaub wird für die Leute immer wichtiger und Tauchen gehört da zweifelsohne dazu.
Die allgemeine Tauchsaison geht in der Regel von April bzw. Mai bis Weihnachten. Manche öffnen aber schon im März. Andere Sportarten kann man aber das ganze Jahr
hindurch betreiben, beispielsweise Reiten.
UWW:
Parken scheint in der Hauptsaison und insbesondere an den Wochenenden ein Problem zu werden. Wo gibt es noch freie Plätze?
Genis Dalmau:
Sie haben Recht, Parken ist zu einem Problem geworden. Jeder hat ein Auto und fährt natürlich auch damit. Wir geben zu, vor dem eigenen Haus bzw. Appartement bekommt man nicht immer Platz. Sie müssen nur etwas weiter fahren, dann kappt es auch. Wer sich nicht scheut, etwas zu gehen, findet mit Sicherheit eine Lücke.
|
|

|
Interview mit Nuria Mundoz Bonet, Naturschutzbeauftragte für den Unterwasser-Schutzpark Islas Medas und die Küstenregion
UWW:
Wann wurde der Medas - Unterwasser - Schutzpark ins Leben gerufen?
NM Bonet:
Die Idee dazu wurde bereits in den 70er Jahren geboren und ausgiebig diskutiert. 1983 gab es auf dem Islas Medas so gut wie keine Roten Korallen mehr. Das war wohl der eigentliche Auslöser. Aber es hat schließlich doch noch 7 Jahre gedauert. 1990 wurde dann der Medas-Schutzpark ins Leben gerufen.
UWW: Gab es neben den ökologischen Gründen auch ökonomische Gesichtspunkte?
NM Bonet:
Natürlich! Tauchen wurde zu einem spürbaren Wirtschaftsfaktor für die Region. Wenn es keine Korallen und keine Fische mehr gibt, warum sollte dann ein Unterwassersportler hier seinen Urlaub verbringen? Das Korallensammeln durch Gäste und Einheimische sowie die Unterwasserjagd haben einfach überhand genommen. Wir waren gezwungen, etwas zu unternehmen. Das Ergebnis gibt uns Recht. Die Medas sind wieder attraktiv und sehenswert.
UWW: Wieviele Tauchschulen besitzen die Genehmigung, dort zu tauchen?
NM Bonet:
Im Augenblick alle am Ort ansässigen Basen. Das sind zur Zeit 13 Betriebe. Wir finden, dass das ausreicht. Es sind eher drei Stück zu viel als zu wenig.
UWW:
Können sie Zahlen nennen?
NM Bonet:
Erlaubt sind 400 Taucher pro Tag an den Medas. Es werden aber vermutlich mehr sein, denn kontrollieren lässt sich das nicht auf eine Person. Sechs Tauchcentren dürfen sogar beliebig dort tauchen. Darunter auch UNISUB, als die älteste Basis am Platz.
UWW: Darf man die Medas-Inseln betreten?
NM Bonet:
Natürlich, es gibt sogar geführte Wanderungen auf der Hauptinsel. Der Vogelbestand ist hervorragend. Die Guides benötigen eine spezielle Erlaubnis und Ausbildung.
UWW: Wann wurde der Leuchtturm stillgelegt?
NM Bonet:
Die Funktion des Leuchtturmes wurde nie eingestellt. Allerdings gibt es keinen Leuchtturmwärter mehr. Der Strom für das Blinklicht wird von einer Solaranlage erzeugt, dieses schaltet sich abends automatisch ein.
UWW: Gibt es Naturschutzranger, die die Entwicklung des Unterwasser - Schutzparkes beobachten bzw. überwachen?
NM Bonet:
Es werden immer wieder Bestandsaufnahmen gemacht. Auch die Tauchlehrer sind gehalten, etwaige Veränderungen zu melden. Bis heute haben wir eine zunehmende Verbesserung festgestellt. Es gibt spürbar mehr Fische als früher, ebenso Edelkorallen, Zackenbarsche und Gorgonien.
UWW: Weiß man, wie die Medas - Inseln entstanden sind?
NM Bonet:
Es sind Karstinseln, die sich vor einigen Millionen Jahren vom Festland getrennt haben.
UWW:
Kennt man die Zahl der Taucher, die jährlich an den Islas Medas tauchen?
NM Bonet:
Die offiziell registrierte Zahl kennen wir. Im Jahre 2003 waren es 61 000 Taucher. In Anbetracht dieser Menge ist die UW - Welt erstaunlich intakt. Wir haben also keinen Grund, restriktiv einzugreifen. Was wir nicht wissen ist, wie viele Taucher illegal dort tauchen. Es werden gewiss noch einmal einige Tausend sein. Geschadet hat es erfreulicherweise nicht.
UWW: Sensationell ist die Zutraulichkeit der Zackenbarsche. Werden Sie regelmäßig angefüttert?
NM Bonet:
Von den Glasbodenbooten sicherlich, denn man will den Gästen ja Fische zeigen. Manche Taucher bringen auch hartgekochte Eier mit. Körperlich wird es den Fischen vermutlich nicht schaden. Wir sehen das aber trotzdem nicht gern, weil die Zackenbarsche ihre natürliche Scheu verlieren und ihr Verhalten ändern. Wenn man es übertreibt, hören sie sogar mit dem Jagen auf. Sich füttern lassen ist bequemer.
UWW: Haben die einheimischen Fischer akzeptiert, dass sie an den Medas - Inseln nicht mehr fischen dürfen?
NM Bonet:
Die professionellen Fischer waren verständlicherweise nicht erfreut. Sie haben aber schnell gemerkt, dass man von den Urlaubern auch gut leben kann. Einige sind in den Tourismus eingestiegen, haben Boote vermietet und Unterwassersportler zu den Tauchgründen gebracht. Heute sind die Schutzmaßnahmen kein Thema mehr. Man hat gemerkt, dass es gut für die Region ist und man daran gar nicht schlecht verdienen kann. Dazu muss man wissen, dass Urlaubern das Tauchen in Spanien mit dem eigenen Boot verboten ist. Es ist ein Versicherungsproblem. Mit einem Fischer oder besser noch mit einer offiziell registrierten Basis stehen einem alle Tauchgründe offen.
|
|
 |
 |
|
zurück
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|

|
|

|
|

|
|

|
|
Taucheruhren
und Schmuck
|
|
|
|

|
|
Indoor - Tauchen
|
|

|
|
Ausrüster
|
|

|
|
Anzüge
|
|

|
|

|
|

|
|
Foto / Video
|
|

|
|

|
|
Aktion:
Taucher in Not
|
|

|
|
|
|
|
|