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by Rolf Sempert 1.03

Helena der Karibik. Die Insel

St. Lucia ist Karibik satt! Dichte Vegetation, Blumen und Blüten allüberall. Kleine, pittoreske Dörfer inmitten des Dschungels. Fröhliche, freundliche Menschen.
Fast schon einzige Attraktion im Norden ist die Hauptstadt Castries mit ihrem Fischmarkt, den Geschäften und den alten Regierungsgebäuden. Im nördlichen St. Lucia finden sich sonst nur die üblichen Hotelburgen, die ihren Gästen Touren in den Süden anbieten.
Etwa 20 km südlich von Castries liegt, in der Marigot Bay und geografisch schon zum Süden gehörend, der schönste Strand der Insel. Hier wurden Teile des Filmes „Dr. Doolittle“ gedreht.
Eine Tour durch den Süden der Insel ist dringend zu empfehlen.
Nehmen Sie sich einen Tag Zeit, suchen Sie sich evtl. einige Gleichgesinnte. Das Hotel verfügt über Kleinbusse für maximal 6 Fahrgäste und sehr gut ausgebildete und informierte Fahrer. Die Damen am ‚Social Desk’ organisieren gern einen Ausflug.
Ein derartiger Tagestrip führt meist zuerst nach Soufrière, einem alten Fischerstädtchen, das seinen französischen Charme erhalten hat. Soufriére ist die älteste Stadt auf St. Lucia.
Von da geht die übliche Route zum - voller Stolz so bezeichneten - „einzigen Drive In Vulkan“. Diese Attraktion kündigt sich schon von weitem an, die ausströmenden Gase verbreiten den intensiven Duft fauler Eier! Mit anderen Worten: Es stinkt! Und zwar heftig.
Der Mensch ist aber offenbar doch das sprichwörtliche Gewohnheitstier: Im Krater leben einige Familien, denen scheinbar die Duftnote nichts ausmacht! Allerdings finden sich die meisten Häuser, logisch, auf der Seite der Hauptwindrichtung – in Lee der Schwefelwolke. Drive In gilt nur noch bedingt. Seit vor einigen Jahren einer der Führer in eines der Löcher stürzte und, mit viel Glück, mit dem Schrecken, Verbrennungen und einem vierteljährigen Krankenhausaufenthalt davonkam, darf nicht mehr zwischen den brodelnden und blubbernden Schlammlöchern – immerhin bis etwa 400°C heiß! – umhergelaufen werden.
Vom Vulkan windet sich die schmale Straße dann bis hinauf in die Zone des Regenwaldes. Entlang von Plantagen und durch kleine Dörfer geht es zurück in Richtung Soufriére und zum dortigen Botanischen Garten mit seinen heißen Mineralbädern. Die Bäder, gespeist vom heißen Wasser des Vulkans, wurden 1784 durch den französischen König Ludwig XVI für seine Truppen angelegt. Angeblich enthält das Wasser mehr Mineralien als jenes in Aix-les-Bains. Die alten Becken sind verschwunden, neue wurden von André du Boulay angelegt. Die du Bolays zählen zu DEN Familien in Soufriére. André du Boulays Tochter Joan Devaux legte 1983 den Botanischen Garten („Diamonds Botanical Gardens“) an, dessen Besuch sich wirklich lohnt! Eine Überfülle aller denkbaren tropischen Pflanzen, Orchideen und andere Blumenbegeistern hier ebenso wie Wasserläufe und Teiche. Alles sehr gepflegt und wunderschön. Ganz am Ende des Gartens befinden sich die Bäder und der „Diamond Fall“, ein kleiner Wasserfall, der seinen Namen von den vielfarbig funkelnden, mineralischen Ablagerungen an der Felswand hat.

Dschungelbiking

Gönnen Sie sich den Spaß! Unternehmen Sie eine Tour mit dem Mountainbike durch den Dschungel. Bike St. Lucia hat ca. 20 km Biketrails durch den Dschungel gelegt – und ist pausenlos damit beschäftigt, diese davor zu bewahren, von der sehr fruchtbaren Vegetation wieder überwuchert zu werden. Auch wenn Sie kein geübter Biker sind, die Hauptstrecke ist grundsätzlich von jedem zu bewältigen der Fahrrad fahren kann. Links und rechts dieser Hauptstrecke sind Exkursionen unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrades angelegt. Ist die Hauptstrecke für jeden Radler zu bewältigen, sind die Nebenstrecken teilweise nur von echten Experten zu befahren. Bei manchen – gekennzeichnet mit den beiden Pitons als schwarze Silhouette – hat man den Eindruck, sie führten in 85° Steigungen auf- und wieder abwärts. Der größte Teil der Strecke, sowie die Abstecher generell, sind Einbahnstraße, es gibt also keinen Gegenverkehr – was der Sicherheit ebenso zugute kommt wie die deutliche Kennzeichnung der Strecke.
„Bike St. Lucia“, geleitet von Michael Allard, Ehemann der Leiterin der Tauchbasis (Synergieeffekte durch Familienbindung!), ist vollständig ausgerüstet. Sie können dort nicht nur das Bike sondern auch das nötige Zubehör wie z.B. entsprechende Schuhe und den obligatorischen Schutzhelm leihen. Engpässe sind nicht zu befürchten, Mike und seine Jungs haben 50 Räder im Verleih (für Experten: Cannondale F800). Zugegeben, ich bin zuerst reichlich skeptisch an diese Exkursion herangegangen. Radfahren ist nicht unbedingt meine bevorzugte Fortbewegungsart. Aber es hat einen Riesenspaß bereitet! Und außerdem haben wir noch einiges gelernt. Wussten Sie, dass Kakao in Schoten wächst? Dass diese unterschiedliche Farben aufweisen und diese Farben auf unterschiedliche Geschmacksrichtungen hinweisen? Wussten Sie, dass die Kakaobohne in dieser Schote in einer Art weißem Gelee eingebettet ist, das irgendwie nach Gummibärchen schmeckt? Haben Sie schon einmal Kaffeebohnen am Strauch gesehen? Oder Muskatnüsse in ihrer grünen Schale liegend, umhüllt von einem knallroten Netz? Nein? Die Biketour führt an all diesen botanischen Erkenntnissen entlang. Alte französische Mauerrelikte aus dem 18. Jahrhundert und ein Wasserreservoir sind ebenso zu besichtigen wie eine aufgelassene Kakao-Röststation mitten im Urwald. Die Strecke führt durch das Gelände einer alten Plantage.
Natürlich ist eine solche Tour nicht völlig ohne Risiko. Falsch gebremst und schon steigen Sie von Ihrem Leihbike über den Lenker ab! So geschehen bei einem amerikanischen Mitstrampler. Er hatte bei einer steilen Abfahrt zu stark gebremst. Das Rad stellte sich hinten auf, er segelte über den Lenker. Zum Glück erwischte er im Fallen eine Liane – fehlte lediglich der Tarzanschrei. Und meine Partnerin habe ich noch nie in einer derartigen Geschwindigkeit einen Hügel hinunter rennen sehen! Notabsprung vom Rad, das Rad im Busch, sie, physikalisch abhängig von den Gesetzen der Dynamik (hier Beharrungsprinzip), wie ein Wiesel den Berg hinunterrasend. Sie ist übrigens nicht gestürzt! Hochachtung!

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