|
Pünktlich zum Start der Wintersaison haben wir den Subgear - Trockentauchanzug Eco Dry zum Test erhalten. Den aus dickem Softneopren
geschneiderten Anzug kann man je nach Wassertemperatur ohne oder mit Unterzieher tauchen. Dazu ist der Verkaufspreis ausgesprochen günstig ausgefallen.
Hätten wir einen Sommer gehabt, wie sich das Wetter um die erste Novemberwoche 2011 zeigte, alle wären zufrieden gewesen. Am 5. November bei 26° C, begleitet von
Föhnsturm einen Trockentauchanzug zu erproben, forderte zumindest beim Shooting über Wasser einiges an Schweiß ab. So war die Sehnsucht nach Abkühlung groß, doch
der Eco Dry, mit einem dünnen Unterzieher getragen, ließ erst nach einer Stunde im 11° C kalten Wasser an den Füßen erste Auskühlungssignale spüren.
Konzeptionell steht der Eco Dry einem Halbtrockenanzug nahe. Das superweiche Neopren, Stärke 6,5 Millimeter, ist für einen Trocki eher ungewöhnlich, bedingt jedoch
einen hohen Tragekomfort. Der körpernahe Schnitt macht es möglich, den Anzug je nach Wassertemperatur auch ohne Unterzieher zu tauchen. Dann tragen sie am besten
Feuchtigkeit absorbierende Funktionsunterwäsche. Als Unterzieher kommen nur die dünnen Modelle in Frage, etwa der SUBTECHPRO 100 von Subgear (Preis ca. €
135,-) Hals- und Armmanschetten sind aus Neopren. Um den Schlupf durch die innen mit Glatthaut kaschierten Armmanschetten zu erleichtern, empfehlen wir diese
mit Talkumpuder zu behandeln. Dann lässt sich nach dem Anziehen bedarfsweise der Anzugärmel auch noch ausrichten. Großes Augenmerk legt man auf die Isolierung
der Kältebrücke am Hals. Der Halsansatz der Kopfhaube wird vom großzügig dimensionierten Warmneck überdeckt. Am besten lässt man sich vom Tauchpartner, der ohnehin
den rückwärtig über die Schultern geführten Reißverschluss zuziehen muss, beim Zusammenfügen von Kopfhaube und Warmneck helfen. Die Passform der Kopfhaube ist
einwandfrei, was besonders herausgestellt werden muss, nachdem wir in letzter Zeit mit etwas eigenartig geschnittenen Modellen aus dem Wettbewerb konfrontiert
worden waren. Noch ein Wort zur Haube, an ihr ist eine Fastex – Schnalle angebracht, das Pendant findet sich oberhalb einer kleinen Zubehörtasche auf dem
rechten Oberschenkel. So stellt man sicher, dass die Haube immer dabei ist, wird der Anzug transportiert oder getrocknet. Besonders strapazierte Bereiche des
Eco Dry sind verstärkt, so durch Kniepads und Schulterauflagen. Der Reißverschluss ist mit einem Neoprenstreifen überdeckt, fixiert mit Klettflächen, damit
die Abdeckung beim Anziehen des Geräts nicht weggedrückt werden kann. Statt in angesetzten Boots stecken die Füße in weichen Socken. Wahlweise können Rockboots
oder normale Füßlinge darüber gezogen werden. Die Ein- und Auslassventile sind bewährte Produkte des Herstellers SI-TECH. Das Einlassventil ist drehbar und
innen mit einer Neoprenlasche hinterlegt. So wird vermieden, dass kalte Tarierluft direkt auf die Brust strömt. Natürlich ist der Anzug mit Hosenträgern
ausgestattet, wer sie nicht benutzen möchte, kann sie einfach abklipsen.
Praxis
Der Einstieg in den Anzug ist angenehm, man ist schneller
angezogen, als bei einem halbtrockenen, trotz dünnem Unterzieher und körpernahen Schnitt. Die Armmanschetten mit Talkum zu pudern ist auf jeden Fall
empfehlenswert. Glatt und ohne besonders hohen Kraftaufwand wird der Zipper geschlossen. Lassen Sie sich vor dem ersten Einsatz etwas Zeit, um die benötigte
Bleimenge zu ermitteln. Wir hatten die Auftriebskraft des fein geschäumten Softneopren mit seinen 6,5 Millimetern Materialstärke deutlich unterschätzt. Der Eco Dry
verlangt mehr Tarierblei als ein Trilaminat Anzug oder ein Modell aus komprimiertem Neopren. Während des Tauchgangs verhält sich der Anzug, was den
Wasserwiderstand betrifft, wie ein halbtrockener. Er sitzt recht glatt am Körper. Unspektakulär ist die Luftverlagerung je nach Körperhaltung. Es besteht bei einem
passenden Modell keine Neigung zu größerer Luftansammlung in den Beinen. Die Ventile reagieren gut dosierbar. Mit dem Warmneck wird das alte Problem einer
Kältebrücke an dieser Stelle zuverlässig beherrscht. Der Reißverschluss des Eco Dry ist erfreulich lang und öffnet den Anzug weit in den Schulterbereich, so
dass das Ausziehen ohne fremde Hilfe einwandfrei möglich ist. Dank der Außenkaschierung in einem mittleren Grauton, macht siich der Anzug auch auf
Unterwasserfotos recht gut.
Fazit
Der Eco Dry spricht preisbewusste Taucher an, die einen Trocki suchen, der sich im Winter sowohl im Roten
Meer als auch in unseren Gewässern einsetzen lässt, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Bequem und gut zu tauchen kann er auch Newcomer im Trockentauchanzug
überzeugen. Ausgeliefert in Unisex / Herrengrößen müssen sich Taucherinnen bei einer Anprobe selbst davon überzeugen, ob er kompromisslos passt.
|