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14-mm-Objektive genießen in der UW - Fotografie einen besonderen Status. Die ultraweite Abbildung von Landschaften, Tauchern und Fischen ohne die tonnenförmige
Randverzeichnung eines Fisheye - Objektives ist immer noch die klassische räumliche Darstellung der Unterwasserwelt. Herbert Frei stellt ein Objektiv vor, das es schon
lange gibt, von dem aber bis heute kaum ein UW - Fotograf Notiz genommen hat.
Brennweite 14 mm war bereits in den achtziger Jahren ein Weitwinkelgrenzwert
und ist es immer noch. Handelsmäßig gibt es zurzeit kein echtes Ultraweitwinkel für Spiegelreflexkameras mit kürzerer Brennweite...sieht man einmal vom nicht mehr
gebauten und nur manuell einstellbaren 13er von Nikon ab. Alle 14 mm Objektive, seien sie von Canon, Nikon, Sigma oder Tamron, werden wie heute üblich mit Autofokus
betrieben. Das ist ein erheblicher Fortschritt, auch wenn viele Anwender der Meinung sind, dass man das eigentlich nicht bräuchte. Und das ist ein Irrtum! Bei
Ultraweitwinkel - Objektiven ist die Schärfenebene nicht sonderlich deutlich ausgeprägt, so dass nicht nur Brillenträger in der Eile unscharfe Bilder produzieren
können, auch erfahrene UW - Fotografen und selbst Profis sind mitunter davon betroffen. Davor schützt auch ein perfekt angepasstes Domeglas nicht. Wer mit einem 14er
hinter einem Domeglas fotografiert, wird erstaunt feststellen, dass der AF beim Anvisieren der Objekte immer geringfügig arbeitet. Zu denken, dass die große
Schärfentiefe alles regelt, kann fatal sein. Deshalb sollte auch das Tamron SP AF 14 mm zur Sicherheit immer mit Autofokus betrieben werden. Da die Einstellwege sehr
kurz sind, fährt das Objektiv in Sekundenbruchteilen in die Schärfe.
Weitwinkelgigant
Kurze Weitwinkelbrennweiten eröffnen kreativ arbeitenden UW
- Fotografen neue Perspektiven. Die Unterwasserwelt weitet sich und zeigt eine neue Sicht der Dinge, jenseits herkömmlicher Sehweisen. Extreme Bildtiefe und
Großraumfotografie gewinnen andere Dimensionen. Der diagonale Bildwinkel von 114° bringt UW - Landschaften, Wracks, Taucher und Fischschwärme perfekter zur Geltung als
ein Fisheye. Denn das nach der gnomonischen Projektion gerechnete 14 mm Ultraweitwinkel von Tamron bildet weitgehend verzeichnungsfrei ab. Jedenfalls sind die gering
tonnenförmigen Laborwerte in der Praxis so gut wie nicht zu bemerken, allenfalls in einem gekachelten Schwimmbad, wo sich die Horizontalen etwas verbiegen können. Der
brillanten und kontrastreichen Abbildungsleistung tut das keinen Abbruch.14-mm-Objektive sind, wenn sie eine Lichtstärke von 1.2,8 aufweisen, alles andere als klein,
leicht und kompakt. Hier geht es in die Vollen. 14 Linsen in 12 Gruppen brauchen Platz und wiegen entsprechend. So bringt der Weitwinkelklotz von Tamron stattliche 675
g auf die Waage, ist fast 87 mm lang bei einem Durchmesser von ebenfalls 87 mm. Ergo so breit wie hoch. Es ist damit das voluminöseste 14er am Markt, was aber kein
Fehler sein muss. Denn Masse kann auch Qualität bedeuten. Und das ist hier zweifelsohne der Fall.FŸr den Einbau in UW - Gehäuse ist das 14 mm Tamron schon deshalb ein
ideales Ultraweitwinkel, weil es eine kürzeste Naheinstellung von 20 cm aufweist. Perfekt für Domegläser mit kleinen Durchmessern, die ja aufgrund des
eingeschränkten Reisegepäcks bei Charterflügen an Popularität gewinnen...wenngleich ein großes und notwendigerweise schweres Domeglas letztendlich die besseren
Abbildungsleistungen gewährleistet - insbesondere natürlich bei Halb-Halb - Aufaufnahmen. Immerhin beträgt der größte Abbildungsmaßstab erstaunliche 1:6,5. Fast so
viel oder so wenig wie die Nikonos V mit 28-mm-Objektiv und Nahaufnahmevorsatz. Das kann sich sehen lassen.
Eigenheiten
Je kurzbrennweitiger ein
Objektiv ist, desto größer sind die Probleme bei den optischen Korrekturen. Anders als bei Fisheye - Objektiven mit ihren gewollt tonnenförmigen Verzeichnungen am
Bildrand, erwartet man bei Weitwinkeloptiken eine verzeichnungsfreie Darstellung bis in die Formatecken. Dafür ist ein ungleich höherer Rechen- und Fertigungsvorgang
erforderlich, der sich auch preislich niederschlägt. Bei allen Objektivherstellern kosten deshalb die 14 mm -Objektive deutlich mehr als die im selben Haus
produzierten Fisheye - Objektive. Dieses ungeschriebene Gesetz gilt ohne Ausnahme. Trotz eines gegenüber anderen Objektiven beträchtlichen optischen und rechnerischen
Aufwandes, besitzen Ultraweitwinkel immer noch genügend Restfehler, die anscheinend unter Beibehaltung vernünftiger Kosten kaum zu eliminieren sind. Selbst die
sündhaft teuren Originale von Canon und Nikon kämpfen mit Reflexionen verschiedenartiger Farben, wenn die Sonne im Hochformat über die Formatecken ins Bild fällt.
Manchmal bilden sich rosafarbene Blendenreflexe (Canon), blaue Flecken (Nikon) oder gelbe Halbkreise (Sigma) in der unteren Bildhälfte. Auch das 14 mm Tamron ist vor
solchen Farborgien und Dispersionseffekten nicht gefeit, aber angesichts der Konkurrenz mit ihren diversen Problemen, schlägt sich das SP AF 14 mm recht beachtlich.
Diverse bei Gegenlicht auftretende Lichterscheinungen in Regenbogen - Colorierung sind nur auszumachen, wenn im Hochformat fotografiert wird und die Sonne schräg im
Bild steht, d. h. über die Formatecken hereinscheint. Durch Drehen und Schwenken des UW - Gehäuses kann man die Reflexionen mildern bzw. ganz ausschalten. Im direkten
Gegenlicht verschwinden die Farbflecken. Wie gut das Ultraweitwinkel von Tamron gegen Reflexionen korrigiert ist, erkennt man daran, dass man ansonsten beliebig ¼ im
Quer-oder Hochformat (Sonne im Rücken des Fotografen) fotografieren kann, ohne dass sich auch nur die geringsten Blendenreflexe, Farbpunkte oder Farbsäume bilden.
Insofern kann das SP AF 14 mm mit den Spitzenprodukten dieser Brennweitenklasse locker mithalten. Auch für die professionelle Unterwasserfotografie ist das
14er Tamron deshalb nachhaltig geeignet und selbst in Anbetracht seines nicht geringen Verkaufspreises sowohl für Amateure als auch für Wettbewerbsfotografen
uneingeschränkt zu empfehlen.Hinter dem entsprechenden Domeglas entfaltet das mit aspärischer Objektivtechnologie gebaute Ultraweitwinkel erstaunliche
Güteeigenschaften. Auch bei relativ offener Blende 5,6 treten weder Schleierbildung noch kontrastmindernde Reaktionen auf. Ebenso hält sich die optisch bedingte
Vignettierung in Grenzen. Durch zweimaliges Abblenden nimmt sie Werte an, die absolut nicht mehr störend sind. Nach Abschluss der Praxistests in einem SEACAM -
Nikongehäuse mit Superdome bleibt das Resümee, dass das 14 mm von Tamron das wohl verkannteste Ultraweitwinkel der Tauchszene ist.
Motive
Mit
einem Bildwinkel dieser Größenordnung fotografiert man keine Nacktschnecken oder kleine Korallenfischchen. Größeres muss her. Deshalb sollte man das 14er von Tamron
auch nicht als Standardobjektiv ansehen. Die Objekte müssen ausgesucht sein, man sollte die Lokalität eventuell kennen. Die Aufnahmen gewinnen an Inhalt und Fasson,
wenn man sie plant.. Fotografieren innnerhalb einer Tauchgruppe oder an einem stark frequentierten Riff geht wegen des großen Bildwinkels allerdings schlecht, weil man
zu viele Störfaktoren im Bild hat.Wichtig ist das richtige Domeglas. Da das SP AF 14 mm in etwa dieselbe Größe wie andere 14er hat, kann es meistens ohne Port- bzw.
Gehäusemodifikation hinter den gleichen Domegläsern verwendet werden. Hinderlich könnte der gewaltige Durchmesser von 87 mm sein, durch den die fest angebrachte
Sonnenblende eventuell an inneren Bauelementen des UW - Gehäuses anecken könnte. Nicht ganz zur hochwertigen Verarbeitung des Tamron - Ultraweitwinkels passt der
billige Weichbeutel - Köcher, dessen labberige Hülle hier absolut fehl am Platz ist. Zumal ein fester Metallschutzdeckel für die Frontlinse unverständlicherweise
fehlt.
Quintessenz
Ein Superobjektiv, keinesfalls billig und deshalb auch so gut, dass es für die anspruchsvolle Weitwinkelfotografie unter
Wasser tauglich ist. Innerhalb der 14er- Reihe konkurriert es zum einem mit dem 14er von Sigma, zum anderen aber auch mit den hyperteuren Ultraweitwinkeln von Canon
und Nikon. Fotoamateure, die sich einerseits nicht in ein finanzielles Abenteuer stürzen wollen, andererseits aber auch keinen Billigheimer suchen, finden im Tamron SP
AF 14 mm F/2,8 ASP IF ein ganz tolles Objektiv, das jeden EURO wert ist, das es kostet. Ebenso kann man das Ultraweitwinkel von Tamron allen professionell
tauchenden Fotografen empfehlen, die Qualität vor preiswert setzen, aber ihre Fotoausrüstung dennoch preisbewusst zusammen stellen. Urteil von
„unterwasserwelt.de“: Die Weitwinkel - Überraschung des Jahres 2002 schlechthin!!
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