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Krustenkorallen

Roter Schwamm

Seestern vor Caulerpa Taxifolia

Drachenkopf

Röhrenwurm - Spirograph

lila Fadenschnecke

Schwamm

Spirograph

Qualle

Wrack der Elviscot, in Pomonte

Doch nun genug der begründeten Kritik, die zeigt, dass auch im Paradies die Bilder schief hängen. Natürlich kann man mit etwas Geduld und auch Glück Einblick in die einst großflächig angetroffenen Möglichkeiten mediterraner Unterwasserwelt erhalten. Grundsätzlich sei die Mitnahme einer Lampe empfohlen, denn erst dann gelingt es die teils farbenfroh mit roten und blauen Schwämmen überzogenen Felswände zu enttarnen. Ja, das kleine Glück liegt vor den Augen und da oft auf kurzer Distanz. Nehmen Sie sich die Zeit einen der wunderschönen aber auch scheuen Röhrenwürmer zu finden, die Fächer der Spirographen, die sich bei ungeschickter Annäherung blitzartig zurückziehen. Suchen Sie in den Posidonienwiesen, dem Seegras nach Steckmuscheln, achten Sie auf die typischen Rückstände von Schalentieren vor kleinen Spalten, darin wohnt meist ein Pulpo. Spalten und Löcher sind auch die klassischen Zuhause von Muränen. Die kleinen farbenprächtigen Meerjunker, manchmal mischt sich auch ein etwas größerer Meerpfau darunter, demonstriert etwas vom typischen Leben in die felsige Landschaft und den Sandgrund. Die Schriftbarsche, kleine Räuber im Schafspelz, können dem Taucher beim Auffinden von anderem Getier hilfreich sein, folgt man der Blickrichtung eines der Barsche. Er hat meist etwas entdeckt, was unserem Auge noch verborgen ist.
Ins Schwärmen, besser in richtigen Schwärmen kommt nur selten etwas vors Auge. Ja, die allgegenwärtigen kleinen schwarzen Mönchsfische, hin und wieder Brassen, manchmal und jahreszeitlich abhängig auch Barakudas können beobachtet werden. Hin und wieder zieht ein Thunfisch vorbei, auch Mondfische ließen sich schon blicken. Hat man eine Sepia enttarnt und eine Kamera dabei, dann heißt es abgedrückt und immer wieder, damit die unglaubliche Vielfalt ihrer aktiven Tarnkappe im Bild festgehalten werden kann, sonst glaubt unseren Erzählungen davon  niemand.
Annemonen und Seenelken finden wir wieder, doch haben wir das Gefühl, sie sind seltener geworden. Auch die Seeigel und Seesterne machen sich rar, einst an allen Ecken der Riffe gesichtet und nicht weiter erwähnt. Wahre Kleinode sind die Zackenbarsche, denen es an einigen Stellen gelungen ist wieder eine kleine Population zu bilden. Man erzählt nicht groß herum, wo sie sich aufhalten und fährt mit den Tauchgästen nur selten dorthin, denn man möchte die scheuen Gesellen nicht vertreiben oder die Harpunettis dorthin locken. Wie lang das gut geht, bleibt dahingestellt. Es steht zu befürchten, dass über kurz oder lang sich wieder eine Harpune in die hier so selten gewordenen Fische bohrt. Aus Respekt vor der verfolgten Kreatur haben wir auch bewusst auf eine Fotopirsch verzichtet.
Eine merkwürdige Stimmung verbreiten die von der hellgrün leuchtenden Caulerpa Taxifolia überwucherten Fels- und Sandgründe. Wo sie auftritt verdrängt sie Seegras und anderen Algenbewuchs, die Fischwelt zieht sich zurück, denn sie ist giftig und könnte nur durch eine kleine Schnecke wirksam bekämpft werden, die in der karibischen Heimat der Alge ihren einzigen Fressfeind darstellt. Doch im Gegensatz zur Caulerpa Taxifolia, die sich in für die Wissenschaft überraschender Weise an die starken Temperaturschwankungen im Mittelmeer ausgezeichnet angepasst hat, verträgt die Schnecke die winterlichen Temperaturen nicht.
Was aus dem Aquarium in Monaco entwich und an Schiffsankern durchs Mittelmeer transportiert und verteilt wurde, hat an einem Tauchplatzklassiker im Golfo di Stella die zurzeit größte zusammenhängende Verbreitung gefunden, die bekannt ist. Selbst der italienische TV – Sender RAI hat sich jüngst mit der Problematik vor Ort auseinandergesetzt und unter Wasser Dreharbeiten durchgeführt.
Gegen die Killeralge kann man praktisch nichts tun, außer sie mechanisch zu entfernen. Doch die betroffenen Flächen sind überwiegend so groß, dass das ausscheidet. Und, was die Sache noch schwieriger macht, bereits ein kleines Stückchen der Alge, irgendwo abgerissen und nicht eingesammelt, ist der Grundstock einer rasch wachsenden neuen Pflanze.
Verwunderlich ist aber der Umgang mit der Tatsache vor Ort, dass Elba nicht zu den verschonten Meeresgebieten zählt. Man gibt sich fatalistisch und beruft sich auf die geschickt gestreute Mähr, dass es diese Alge dort immer schon einmal gab, sie kam und ging auch wieder. Gott schütze die derart Gläubigen.
Als Betroffene könnten die Basenleiter doch den Spieß umkehren und bewusst an den Stellen Tauchgänge absolvieren mit dem Ziel die Alge vorzustellen und das Auge der Taucher zu schärfen, damit sie an anderer Stelle wachsam werden, entdecken sie dort einmal eine kleine Population, die dann wirkungsvoll entfernt werden kann. Stattdessen werden die Tauchgänge an den betreffenden Stellen durchgeführt ohne Hinweis auf die Alge und erkennt sie ein Tauchgast, dann wird das Thema heruntergespielt. Erstaunlich, wie tief man mancherorts den Kopf in den Sand steckt, vielleicht aus Angst, die Tauchgäste könnten wegbleiben. Aber wenn der Gast das Gefühl hat, es wird ihm etwas verheimlicht, dann ist er erst recht irritiert, zieht seine Schlüsse – die vielfach dramatischer ausfallen, als es tatsächlich ist.        
Ein weiteres Sorgenkind sind mancherorts auch die Gorgonien, die es in flacheren Bereichen als weiße Unterart, etwas tiefer als Gelbe und ab etwa 30 Metern als Rote Gorgonien gibt. Diese Lederkorallen sind an den entsprechenden Stellen, etwa bei Stella oder Remajolo, die Highlights eines Tauchgangs. Doch sie leiden schon seit Jahren. Die Weißen Gorgonien sind stark ausgedünnt, die Gelben wirken auch dezimiert, die Roten verlieren immer wieder beim Kampf mit den braunen Schleimalgen. Zu lange hatte man wohl die Abwässer der Insel und des nahen Festlands ungereinigt dem Meer übergeben, die ungeheure Menge der zusätzlichen „Nährstoffe“ ist Grundlage für das Wachstum der Schleimalgen, die den Gorgonien Nahrung und Sauerstoff nehmen. Die Umweltgesetzte in Italien sind mittlerweile wesentlich verschärft worden, Kläranlagen sind in großer Zahl in Betrieb genommen, doch die Rückführung des Nährstoffgleichgewichts kann Jahrzehnte dauern.
Und weiter geht’s mit der Freude an den kleinen Dingen, die winzigen lila Fadenschnecken oder dem grimmigen Drachenkopf, den es als kleine und große rote Version gibt. Ja, und die roten Fahnenbarsche, die sich in den tieferen Spalten oder bei den Roten Gorgonien tummeln.

Tauchgebiete

Wir sind meist von der Bucht Madonna delle Grazie, unterhalb von Capoliveri, mit Bernd`s Tauchbase ausgefahren, die meisten Tauchplätze werden mit dem Boot erreicht. Bernd ist seit über 20 Jahren als Tauchlehrer und Basenleiter auf Elba ansässig und kennt bald jeden Spalt, jeden Fels unter Wasser im Einzugsgebiet seiner Basis. Für Nachttauchgänge ist die Bucht unmittelbar vor der Basis geeignet, die Anfahrten zu den Tagestauchgebieten (Ausfahrten am Vor- und Nachmittag) dauern zwischen 5 Minuten (Morcone Riff) oder etwa 25 Minuten (Costa Gabiani, Punta Ripalti oder Triglia). Einer der Klassiker ist die kleine Felseninsel Stella, an deren einen Seite die roten Gorgonien beheimatet sind. Berühmt für seine Steilwände ist das Gebiet von Fonza, das es als Innen- und Außenriff zu betauchen gibt. Bei Triglia erwartet eine Madonnenstatue in etwa 30 Metern Tiefe die Taucher. Nur 10 Minuten sind es zum so genannten Affenfelsen, ein Tauchgebiet mit vielen Gesichtern, mal flach, mal tief, je nachdem, was man gerne machen möchte. Remajolo, der Fels in Form eines Schildkrötenpanzers, wartet ebenfalls mit den Roten Gorgonien auf. Immer gut für einen flacheren Nachmittagstauchgang ist die Doppelinsel Gemini, bis 15 Meter kann man hier hinabgleiten und sich in den Canyons auch leicht verirren. Es ist ratsam erst einige orientierende Exkursionen mit dem Guide zu machen. Hier findet man auch ein kleines Denkmal für Jacques Mayoll, der oberhalb von Gemini an der Steilküste ein Haus bewohnte, in dem er sich Weihnachten 2001 das Leben nahm.

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