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© UWW / Herbert Frei

Karibischer Riffhai © UWW - Herbert Frei

Karibischer Riffhai © UWW - Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Zitronenhai © UWW / Herbert Frei

Zitronenhai © UWW / Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Tigerhai © UWW / Herbert Frei

Equipment und Regeln

Damit man das Abenteuer sicher übersteht, hat Jim Abernethy eigene Vorsichtsmaßnahmen und Regeln entwickelt, an die man sich tunlichst halten sollte. Tauchanzug, Maske, Flossen und Jacket sollten gedeckte Farben aufweisen. Obwohl man nicht weiß, ob Tigerhaie Farben erkennen können, ist Jim der Ansicht, dass alles, was gelb, weiß, rosa oder silbrig ist, hier nichts zu suchen hat, weil es die Raubfische reizen könnte, es zu untersuchen. Betroffen von Probebissen waren beispielsweise schon die silbrigen SeaCam-Gehäuse, von denen sich einige im Schlund großer Tigerhaie befanden, aber als ungenießbar wieder ausgespuckt wurden. Dagegen steht eine Aussage des Haiexperten Erich Ritter, nach der die Farbe einer Tauchausrüstung oder eines Kameragehäuses keinen Einfluss auf das Verhalten beliebiger Haie haben soll. Jim streitet das allerdings vehement ab. Gelbe Flossen und gelbe Anzüge sind tabu, denn an die geht der Tigerhai angeblich zuerst. Die Volo-Flosse von Mares ist hingegen erlaubt.
Erstaunlich ist, dass sich die Tigerhaie eher gemächlich bis vorsichtig dem Köder nähern. Hektik ist nicht ihre Sache. Die Bewegungen wirken langsam, sind aber zielstrebig und von durchschlagender Wucht, wenn der Biss erfolgt. Als ein vorwitziger Zitronenhai einem Tigerhai den Köder wegschnappte, geriet dieser in Rage. Nur einen Sekundenbruchteil später schlug er seine gewaltigen Kiefer in das Genick des Köderdiebes. Ein lautes Knacken ertönte, als wenn jemand im Wald einen morschen Ast abbricht. Der lädierte Zitronenhai schwamm taumelig davon, vermutlich mit gebrochenem Genick, ob er es überlebte wissen wir nicht. Aber schlagartig war uns bewusst, hier unten herrscht das Gesetz des Stärkeren. Und das ist der Tigerhai. Mit einer einzigen Schlürfbewegung zog er den kapitalen Fischkopf in den Schlund. Was aber wäre gewesen, wenn der Tigerhai dem Zitronenhai den Kopf abgebissen hätte, was für ihn ein Leichtes gewesen wäre? Dann hätten wir wohl die Flucht antreten müssen, weil die Situation unkontrollierbar gefährlich geworden wäre.
Etwa 30 Tigerhaie kennt Jim Abernethy mit Namen. Er unterscheidet sie an bestimmten Merkmalen der Haut, der Flossen oder der Maulstellung, die auf ein bestimmtes Tier hinweisen. Nahezu alle Tigerhaie, die auf die Sandbank kommen, sind weiblich. Warum, weiß auch Jim nicht.
Die Tigerhaie verhalten sich nicht alle gleich. Die kleineren (2-3 m) nähern sich eher von vorne, andere sind aufs Anschleichen spezialisiert. Da heißt es höllisch aufpassen. Im Durchschnitt sind die Tigerhaie in der Tigerbeach zwischen 3 und 5 m lang, wiegen je nach Statur geschätzte 300 Kg bis 1000 Kg, Tendenz aber eher nach oben. Manche kommen seit 4 Jahren regelmäßig zum Fütterungsplatz, andere nur gelegentlich. Manche gar nicht mehr, wenn sie von Hochseefischern geangelt wurden. Dass auch Tigerhaie ein gefährliches Leben haben, beweisen die vielen Haken und Angelschnüre, die aus dem Maul einzelner Tiere hängen. Es scheint sie aber nicht zu stören oder zu beeinträchtigen.
Ein kritischer Moment ist immer der Aufstieg zur Bootsplattform. Man sollte ihn nur machen, wenn kein Tigerhai in unmittelbarer Nähe ist. Sie folgen grundsätzlich bis zur Plattform mit aufgerissenem Maul. Es gab diverse Mal einige haarige Situationen, die wir auch im Nachhinein nicht 100%-tig deuten konnten. Hätte der Tigerhai zugebissen, wenn er die Beine bzw. die Flossen erwischt hätte? Jim bejahte dies, war sich aber auch nicht sicher, ob der Biss mit aller Konsequenz geführt worden wäre. Vielleicht wäre es auch nur ein Probebiss gewesen. Aber der hätte mindestens fürs Krankenhaus oder sogar für den Zinnsarg ausgereicht.

Tigerhaifotografie

Wer zu Jim Abernethy aufs Boot kommt, will die großen Räuber fast immer auch fotografieren. Eine kleine Digicam ist aber nicht das Richtige, denn sie bietet wenig Schutz, wenn ein Tigerhai mal zudringlich werden sollte. Zur Nikonos RS kann man nur raten, wenn ein ordentlicher Blitz  den Arm verstärkt. Am sichersten fühlt man sich hinter einem großen UW-Gehäuse mit Mega-Domeport. Dieser sollte möglichst einen Mineralglasabschluss besitzen, sonst kann es einem wie Jim ergehen, der Abend für Abend die Zahnkratzer aus dem Acryl herauspolieren musste. Manche der Scharten waren so tief, dass er Auto-Schleifpaste verwenden musste.
Tiger- und Zitronenhaie können mit allen Superweitwinkeln und Fisheye - Objektiven abgelichtet werden. Makroobjektive sind nur bei Kopfportraits der Karibischen Riffhaie und der Zitronenhaie sinnvoll. Als sehr variabel haben sich Zoomobjektive mit Bildwinkeln zwischen 60° und 100° erwiesen. Extrem große Bildwinkel versprechen zwar dramatische Perspektiven, bergen aber die Gefahr, dass immer wieder Mittauchende in ungünstigen Posen mit aufs Bild kommen. Echte Modelfotografie ist schwierig, eventuell gar nicht zu machen. Erstens tragen alle Beteiligten mehr oder weniger gedeckte Farben und zweitens kann man sich nur mit einem erhöhten Risiko von der Tauchgruppe entfernen. Jim sieht das nicht gern und wird grantig, wenn man sich nicht an seine Anweisungen hält. Modelaufnahmen sind aber gut machbar, wenn man mit den Karibischen Riffhaien taucht.
Jim Abernethy fotografiert mit einer Canon EOS 20 D und dem 15 mm Fisheye, das an dieser Digicam etwa einem Superweitwinkel mit 110° entspricht. Blitzbelichtet wird manuell mit zwei Sea & Sea YS-120, deren Leistungsstufenschalter generell auf 1/2-Last stehen. Weil Jim immer die Köderkisten vor oder unter sich hat, gelingen ihm auch sehr spektakuläre Aufnahmen, die man als Tauchgast nur schwer toppen kann. Wenn Jim in der einen Hand eine Köderkiste und in der anderen die Kamera hält, gerät sein Tauchgang zu einer Akrobatennummer. Er tanzt vor und über den Tigerhaien wie ein Dompteur zwischen Raubkatzen. Noch ging immer alles gut, denn der Mann versteht sein Handwerk.

Der Tiger des Meeres

Haiexperte Harald Bänsch bezeichnet ihn als „Bad Guy“, als  Bösewicht der Meere. Tigerhaie kommen in allen tropischen und gemäßigten Meeren vor, also auch im Mittelmeer. Dort sind sie zwar selten und pflanzen sich in diesem Lebensraum vermutlich auch nicht fort... aber sie schwimmen nun mal in Europas größte Badewanne hinein, entweder durch die Straße von Gibraltar oder durch den Suezkanal.
Tigerhaie gelten zu recht als die gefährlichsten Räuber in den Tropen. Manche Haiexperten stellen den Tigerhai hinsichtlich der Gefahrenpotenz noch vor den großen Weißen. Er besitzt das perfekteste und zugleich schauerlichste Gebiss aller Haie, denn seine Zähne sind oben wie unten identisch. Seine Beißkraft ist so groß, dass er jeden Schildkrötenpanzer mit Leichtigkeit knacken kann.
Gewicht und Körperlänge sind furchterregend. Mehr als 1,5 Tonnen bei über 9 m Länge können erreicht werden. Tigerhaie sind keine Nahrungsspezialisten wie Weißhaie, die bevorzugt Robben und Thunfische jagen. Der Tiger des Meeres ist ein Generalist und frisst alles. In Tigerhaimägen wurden Zementsäcke, Autoschilder, Konservendosen, Gummireifen und Plastikflaschen gefunden. Und natürlich auch Teile von Menschen. Er untersucht alles, was treibt und schwimmt auf Fressbarkeit. Das breite Nahrungsspektrum ermöglicht dem Tigerhai in allen Meeresbereichen zu überleben. Bei der Jagd auf große Wasservögel wie Albatrosse ist er besonderes erfolgreich. Anders als die großen Weißen sind Tigerhaie nicht vom Aussterben bedroht.
Mit Tigerhaien ist besonders als Schwimmer und Badender nicht zu spaßen. Seine Vorliebe in der Dämmerung aus der Tiefe nach oben zu steigen und auf Jagd zu gehen, machen abendliche Badeausflüge an exponierten und von Tigerhaien besuchten Riffen zu einem unkalkulierbaren Risiko. Auch Surfer sind bedroht.
Es war der 21. Oktober 2003 als die 13-jährige Bethany Hamilton am Strand von Makua-Beach auf Hawaii surfen ging. Das junge Mädchen lag bäuchlings auf dem Surfbrett, und ließ den linken Arm im Wasser baumeln. Urplötzlich war es aus mit der Idylle. Ein riesiger Schatten schoss an die Oberfläche und trennte den Arm mit einem Biss nahe der Schulter ab. An Hand der sauber geschnittenen Fleischwunde und der Zahnspuren schlossen Haiexperten auf den Angriff eines Tigerhais von ca. 3 m Länge.
Die tigerartig gestreifte Musterung, an der man die Räuber auch als Laie sofort erkennen kann, verblasst mit dem Alter. Taucher, die einem Tigerhai begegnen, sollten nicht in Panik verfallen. Das gefährliche Tier ist gegenüber Tauchgruppen eher scheu und zurückhaltend. In der Regel kann man ihn mit einem Haistock oder einer großen Kamera in Schach halten...muss aber gute Nerven haben. Insbesondere darf man sich nicht an die Wasseroberfläche drängen lassen. Dort verliert der Tigerhai alle Hemmungen. Die ruhige und gemächliche Schwimmweise des massigen Knorpelfisches sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er bei Bedarf eine erstaunliche Beschleunigung erreichen kann und ein einmal anvisiertes Objekt mit Nachdruck und Ausdauer angeht.        

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