|
Auch wenn von der Aikoku Maru nur der achtere Bereich erhalten ist, so ist sie dennoch eines der imposantesten Wracks in der Lagune. Das Schiff wurde
1941 als 150 Meter langes, kombiniertes Fracht- und Passagierschiff mit ca. 10000 Tonnen Verdrängung fertiggestellt. Jedoch kam es nicht mehr zu einer friedlichen Nutzung. Es
wurde umgehend von der japanischen Marine requiriert und zu einem Hilfskreuzer mit umfangreicher Bewaffnung umgebaut. Zur Bewaffnung gehörten acht alte 15 cm-Zerstörerkanonen,
Torpedos, zwei Flakgeschütze und zwei Wasserflugzeuge. Im Rahmen ihrer Karriere als Hilfskreuzer im pazifischen Raum was die Aikoku Maru an der Aufbringung und Versenkung von 7
feindlichen Handelsschiffen beteiligt.
Bei einem gemeinsamen Einsatz mit ihrem Schwesterschiff Hokuku Maru widerfuhr dem anderen Schiff, was später auch der Aikoku Maru
widerfahren sollte. Die Hokuku Maru verschwand nach einem Treffer durch eine kleinere Artilleriegranate in einer enormen Explosion. Die Aikoku Maru konnte sich anschließend
absetzen und in Sicherheit bringen. Ab 1943 wurde die Aikoku Maru als Truppen- und Munitionstransporter verwendet. Sie traf am 16. Februar mit japanischen Truppen an Bord von
Ponape kommend in Truk ein. Dabei war sie knapp der gewaltigen Flotte aus vier Flugzeugträgern und anderen großen Kriegsschiffen der Amerikaner entwischt, die sich im Seeraum vor
Truk Lagoon im Rahmen der Operation "Hailstorm" (Hagelsturm) zu einem trägergestützen Luftangriff auf die japanische Flottenbasis sammelte.
Makaber: Am
17.2.1944, dem ersten Tag der vernichtenden amerikanischen Luftangriffe auf das "japanische Pearl Harbor", kam dann das spektakuläre Ende der noch mit Hunderten von
Soldaten belegten Aikoku Maru. Ein amerikanischer Torpedobomber vom Typ Grumman Avenger griff das Schiff an und wurde dabei von einer Flakgranate getroffen. Die Maschine stürzte
brennend in die erste Ladeluke der Aikoku Maru, vor deren Brücke, und explodierte. Sekunden später kam es dann zu einer gewaltigen Explosion, mit der das ganze Schiff unterging.
Ein enormer Blitz, gefolgt von einer gewaltigen Druckwelle und einem Rauchpilz, der an eine Atombomben-Eplosion erinnert, konnten noch aus großer Entfernung wahrgenommen werden.
Die Aikoku Maru war von der Meeresoberfläche verschwunden. Tonnenschwere Trümmerteile flogen über die Lagune. Eines wurde später in 800 Metern Entfernung auf dem Meeresboden
entdeckt! Diese Explosion hatte die gesamte Schiffshälfte vom Bug bis zum Schornstein förmlich in kleine Fetzen gesprengt. Sie war so gewaltig, dass in dem 70 Meter tiefer
gelegenen Meeresboden eine große Vertiefung entstand. Es gab keinen einzigen Überlebenden bei der Besatzung der Aikoku Maru.
Es ist mehr als erstaunlich, dass die hintere
Hälfte der Aikoku Maru von der Explosion kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Wrack steht aufrecht auf dem Grund, und sieht aus, als hätte man die vordere Hälfte vor dem
Schornstein senkrecht abgetrennt. Vom vorderen Teil sind keine Überreste zu sehen. Wie der Schornstein direkt hinter dem Abbruch die gewaltige Explosion überstanden hat ist ein
Rätsel. Man hat 1984/85 viele hundert Skelette von der Aikoku Maru geborgen, um sie dann in einer Shinto Zeremonie zu verbrennen und die Asche nach Japan zu überführen. Trotzdem
befinden sich im Inneren der Aikoku Maru noch immer viele sterbliche Überreste der japanischen Soldaten. So sieht man auch heute noch zum Teil Totenschädel und Knochen, die von
den einheimischen Tauchguides am Oberdeck platziert worden sind. Deshalb verwundert es nicht, wenn die Tauchgänge an der Aikoku Maru einen gespenstischen Charakter haben.
Die Aikoku Maru ist nur eins von circa 30 betauchbaren Wracks in dieser Lagune. Truk Lagoon, das unbestreitbar den heiligen Gral der Wracktaucher darstellt, hält also noch viele
andere "Schätze" bereit.
|