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© Herbert Frei / UWW

by Herbert Frei 12.05

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Totgesagte leben länger. Nichts verdeutlicht diesen Spruch mehr als die nachfolgend beschriebene digitale SLR von Pentax. Sie ist nicht nur die weltweit kleinste ihrer Art, die eigentliche Sensation spielt sich jedoch bei der Blitzbelichtung ab. Hier ist Pentax ein Knaller gelungen, der lauter tönt als eine Feldhaubitze.
Herbert Frei berichtet über eine Spiegelreflexkamera mit inneren Werten. 


In den 80er Jahren dominierte Pentax mit der damaligen Top-Kamera LX die Unterwasserfotografie. TTL-Blitzbelichtung und Sportsucher waren überzeugende Kaufargumente. Dann wurde es still um die renommierte Kameramarke. Die AF-Boliden von Canon und Nikon beherrschten die Jahre 1990 bis 2000. Und auch das digitale SLR-Zeitalter schien man eigenartigerweise ebenfalls verschlafen zu haben. Aber wie gesagt, es schien nur so.
Pentax ist bekannt für die Miniaturisierung von Spiegelreflexkameras. Das war schon zu analogen Zeiten so. Mit der *ist DS hat man diese Tradition auch auf digitaler Ebene weitergeführt und den Spitzenplatz bei den geometrischen Abmessungen zurückerobert. Als Anwender muss man jetzt allerdings sagen: Lasst es nun gut sein, Jungs. Man sollte das Ding auch noch vernünftig bedienen können! Die Miniaturisierung hat es beispielsweise erforderlich gemacht, dass nur die kleinen SD-Karten verwendet werden können. Kein Nachteil an sich, aber SD-Karten sind teurer als CF-Karten bzw. Microdrives. Zurzeit gibt es sie zwar bis zu 2 GB, aber auch mit 1 GB kann man ganz gut leben, wenn man mit JPEG-Dateien fotografiert. Genau diese Größe sollten Sie sich zulegen, weil das Reserven schafft. In höchster Auflösung und geringster Kompression liegen dann 338 Bilder vor. Mit RAW sind es 92. TIFF ist in der *ist DS nicht vorgesehen, weil die JPEG-Daten für private Anwender vom Handling her gesehen besser und qualitätsmäßig nur unwesentlich schlechter sind, wenn man sie nach der Bearbeitung am Computer in TIFF-Daten umwandelt. 
 
Überzeugendes Konzept

An der *ist DS fällt angenehm auf, dass sie nicht überfrachtet wirkt. Die Bedienung ist klar und verständlich, selbst in den Untermenüs. Fummelig ist nur der Vierwegeregler an der Rückseite, weil er für Männerhände etwas klein geraten ist. Schlüssig und übersichtlich gelangt man über die separate Fn-Taste zu den ISO-Werten, in den Blitzmodus des kameraintegrierten Pop-Up-Blitzes, zum Weißabgleich und zu den Aufnahmearten (Einzelbild, Selbstauslöser etc.).
Pentax hat sich bei der niedersten Empfindlichkeitseinstellung an das von Nikon bekannte User-Konzept angelehnt und das ISO-Limit auf 200 ASA festgelegt. Makrofotografen werden das nicht unbedingt begrüßen, aber wir haben bei unseren Versuchen festgestellt, dass sich keine sichtbaren Qualitätseinbußen im Nah- und Makrobereich einstellen. Bildrauschen ist mit herkömmlichen Betrachtungsweisen nicht feststellbar. Finger weg von der automatischen Korrektur der Empfindlichkeit. Im Menü C kann man diese entweder bis 1600 ASA oder 3200 ASA vorwählen. Kontrollieren Sie bitte, ob diese Funktion auf „aus“ steht, sonst bekommen Sie grieselige und verrauschte Bilder. Den Weißabgleich können Sie auf Automatik stehen lassen.
Der Bildsensor besitzt 6,1 Megapixel effektiv und die sollten Sie grundsätzlich als Auflösungsnorm eingestellt lassen. Reduzierungen auf 4 bzw. 1,5 Megapixel sind nur zu empfehlen, wenn die Bilder ausschließlich für Kleinprints (4 MP) oder Internetseiten (1,5 MP) vorgesehen sind. Obwohl viele digitale Kompaktkameras bereits über 7 oder 8 Megapixel verfügen, sind die 6,1 MP der *ist DS völlig ausreichend. Entscheidend sind nämlich neben der effektiven Pixelzahl auch die Sensorgröße, das Objektiv und die interne Bildverarbeitung. Wer sich nicht mit RAW-Daten herumplagen will, sollte die JPEG-Qualitätsstufe *** wählen. Diese ist optimal und eignet sich für Ausdrucke bis DIN A4. Das dürfte den meisten UW-Fotografen mehr als genügen. Wir wollen aber RAW nicht untergehen lassen. Die Rohdaten - Fotografie ist für all jene geeignet, die Zeit und Muse haben, nach dem Urlaub Hunderte von Bildern nachzubearbeiten. Als digitales Negativ werden eventuell auch Wettbewerbsfotografen und Profis auf dieses Dateiformat zurückgreifen, um ihre Bilder zu optimieren. Die mitgelieferte Pentax Photo Laboratory 2.0 Software enthält den RAW-Konverter, ohne den man aufgeschmissen ist. Es sei denn, Sie legen sich das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop CS2 zu. Dann können die RAW-Bilder zum Bearbeiten geöffnet werden.
Ausgestattet ist die Pentax *ist DS sowohl mit den bekannten Belichtungsprogrammen P, Tv, Av und M als auch mit diversen Motivprogrammen und der Idioteneinstellung Auto-Pic. Hier wählt die Kamera automatisch gemäß der Objekterkennung das geeignete Betriebsartenprogramm aus der Fülle der Motivprogramme. Lassen Sie unter Wasser die Finger davon, denn die *ist DS macht hier, was sie will. Wir empfehlen bei Blitzaufnahmen grundsätzlich die Zeitautomatik Av und bei Bildern ohne Blitz die Blendenautomatik Tv. Bei der Wahl des Farbraumes sollten Sie die firmenseitige Standardeinstellung sRGB beibehalten, sofern Ihre Bilder vornehmlich auf dem PC betrachtet werden.  Adobe RGB besitzt wohl den größeren Farbraum, ist aber eher für gewerbliche Zwecke geeignet. Gleichwohl können Sie damit natürlich arbeiten.
Das Kartenfach der *ist DS kann nicht versehentlich geöffnet werden — aus gutem Grund! Schalten Sie vor dem Entnehmen der SD-Karte immer die Kamera aus, damit diese nicht versehentlich während eines Ladevorganges entnommen wird. Das könnte zu einer Beschädigung der Speicherkarte führen. Ihre Energie bezieht die *ist DS aus vier Mignon-Zellen. Das können sowohl Akkus (sinnvoll) als auch Batterien (für Notfälle) sein. Je nach Kapazität halten die Akkus zwischen 100 und 200 belichteten und gespeicherten Bilder. Wir empfehlen Energieelemente mit mindestens 2000 mAh und hiervon zwei Sätze mit je 4 Zellen. Mit einem Satz taucht man, während der andere geladen wird. Somit können nach jedem Tauchgang....sofern erforderlich, die Mignon-Zellen getauscht werden. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Pentax-Zubehörmentalität. Beim Neukauf werden weder Akkus noch Ladegerät mitgeliefert. 

Wechselobjektive und Ports

Spiegelreflexkameras haben, wie immer man das sehen will, gegenüber den Kompakten das Privileg der Brennweitenvielfalt in Form mannigfaltiger Wechselobjektive. Daran ändern auch die Hyperzooms der kleinen Digicams nicht viel. Spezielle Makroobjektive, Weitwinkel und eventuell sogar Fisheyelinsen sind für viele UW-Fotografen Grund genug, in dieses Segment ein-, um-, oder aufzusteigen. Die *ist DS wird üblicherweise im Set mit einem 18-55 mm Zoom verkauft. Diese Objektiv hat uns positiv mit seiner Naheinstellung von 25 cm überrascht. Echte Makros sind natürlich trotz der kurzen Naheinstellungsgrenze nicht möglich, aber selbst im Nacktschneckenterrain kann man ganz gut mitmischen. Mit diesem Objektiv ist man relativ flexibel und auch preiswert dabei, weil man ohne sichtbare Qualitätsverluste durch Planglas fotografieren kann.
Der Bildsensor im APS-C Format (Chipgröße 23,5 x 15,7 mm) beeinflusst die Bildwirkung alle Kleinbildobjektive an der *ist DS mit einem Bildwinkelfaktor von 1,5. Das 18-55 mm Zoom verfügt deshalb optisch über die Bildwinkel eines 27-83 mm Zooms. Unter Wasser jedoch zeigt es wegen des Brechungsindexes aber nur den Bildwinkel eines 36-110 mm Zooms. Weitwinkelige Stimmungen sind deshalb nicht die Sache dieser Optik. Leichte Diskrepanzen gab es mit der automatischen Scharfstellung. In der kürzesten Naheinstellung des Zooms hat der AF stellenweise blockiert. Man kann diese Störung im Sucher beobachten, wenn das AF-Signal (grünes Sechseck) nicht zum Stillstand kommt und ständig blinkt. Zoomen Sie dann ganz wenig in den Weitwinkelbereich, dann zieht der AF sofort die Schärfe. Ein anders AF-Problem ist nicht so leicht zu eliminieren. Weil der kontinuierliche AF nur mit den Motivprogrammen funktioniert, können bewegte Objekte mit der Zeitautomatik nur mit viel Mühe abgelichtet werden. Verständlicherweise blockiert die Kamera in der Schärfepriorität mehr als einem lieb ist. Hier wäre ein C-S-M-Schalter wie er an vielen digitalen Spiegelreflexkameras vorhanden ist, sehr nützlich. Oder Pentax spendiert dem Nachfolgemodell einen Prädiktions-AF.
Für Amateure weniger wichtig, für Profis, die Bilder verkaufen, aber durchaus relevant, ist die geringe Dateigröße, wenn mit dem 18-55 mm Zoom fotografiert wird. Mehr als 7,5 MB kann man beim besten Willen nicht herausholen.  
Hervorragend werden die Bildergebnisse mit den Makroobjektiven 50 mm und 100 mm. Diese Optiken passen sehr gut zum Charakter der *ist DS, wobei man beim 100 mm Makro aufpassen muss, die richtigen Motive zu erhaschen, denn hier liegt nur der Bildwinkel eines 150 mm Teleobjektives vor. Unproblematisch ist die Adaption mittels Planglasport und Zwischenring.
Universeller ist zweifelsohne das 50er, mit dem man schnell und effizient arbeiten kann. Es wird bei vielen *ist DS-Fotografen zum Universalobjektiv avancieren. Wer mit der *ist DS unter Wasser agiert, möchte natürlich auch im Weitwinkelbereich aktiv werden. Hierzu bietet sich das 14 mm Pentax-Original an. Es kommt an der *ist DS allerdings nur auf einen Bildwinkel, der dem eines 21 mm Objektives entspricht...also knapp 92°. Das ist in der heutigen Zeit, wo der Trend eher zum vollformatigen Fisheye geht, sicher etwas kärglich, stutzt aber die grassierende Weitwinkelmanie auf ein vernünftiges Maß. Und so wenig sind 92° nun auch wieder nicht. In klarem Wasser sind brillante Taucherbilder und Korallenaufnahmen möglich.
Die überraschende Variabilität des 14 mm Objektives resultiert auch aus seiner kurzen Naheinstellung, die es einem ermöglicht, Erstaunliches aus dem Nahbereich abzulichten. Dazu trägt auch der von UK-Germany kreierte Domeport bei, der diese kurzen Aufnahmedistanzen gewährleistet. Man erkauft sich das allerdings mit einem Kompromiss. Weil der Radius des Domeports und auch sein Durchmesser etwas klein geraten sind, kommt es in den Ecken zu unvermeidlichen Unschärfen, die man zwar durch Abblenden etwas mindern, aber nicht vollständig beseitigen kann. Man sollte den 14er-Port, der mit seiner geometrischen Darstellung aber eher für ein 20er gemacht ist, deshalb nur mit Blendenwerten gleich oder größer 5,6 verwenden.
Unangenehmer als die Eckenunschärfen empfindet man das Fehlen eines Stoßschutzes bzw. einer Sonnenblende am 14er-Port. Nicht einmal eine Neoprenhaube hat der Hersteller als Schutzkappe mitgeliefert. Auch wenn der Dome aus Mineralglas besteht, bleibt beim Transport, auf dem Tauchschiff, im Schlauchboot oder schlicht beim Tauchen im Riff immer ein mulmiges Gefühl. Schneller als man denkt hat man das edle Stück zerschrammt. Hier ist eine Optimierung dringend erforderlich. Auch wenn dadurch der Port etwas teurer wird, Geiz zahlt sich hier langfristig gesehen nicht aus. UK-Germany hat auf Anfrage von UnterWasserWelt das Manko bestätigt und Abhilfe in Form einer anschraubbaren Sonnenblende versprochen.  
Das Wechseln der Ports geht schnell und unkompliziert. Die gelben Markierungspunkte für das Bajonett sind eine gute Hilfe. Vorschlag: Den Öffnungspunkt würden wir rot markieren!
Zukünftig werden sich Pentax-Fotografen auch an einem 1:4/12-24 mm Weitwinkelzoom orientieren können. Die kürzeste Einstelldistanz soll zwar nur bei 30 cm liegen, aber mit einer 4-Dioptrienlinse müsste das Hyperzoom auch unter Wasser hinter einem entsprechend großen Dome zu verwenden sein. Und den kann UK nach eigenen Aussagen demnächst liefern.
 
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