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C: Herbert Frei

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Geisterwesen

In stehenden Gewässern ruhen Welse anders als in Flüssen am Tage häufig in Ufernähe auf weiten, ungeschützten Sand- bzw. Schlammflächen. Manchmal kaum 4-6 m tief und in regelrechten Kolonien nur unweit der großen Strandbäder, stumm und starr wie Baumstämme. Kein Mensch würde sie dort vermuten, schon gar nicht die Badenden. Dieses abnorme Verhalten hängt allerdings von der Uferstruktur und der Größe des Fisches ab. Begünstigt wird es durch flache Uferzonen ohne Deckungsmöglichkeit. Auch machen das normalerweise nur Waller ab etwa 1,5 m Länge, die nichts mehr zu befürchten haben.  Als Taucher kann man die Schlafkuhlen gut erkennen und auch anhand ihrer Tiefe und Länge die ungefähre Größe des darin gelegenen Wallers abschätzen.
Bis zur Dämmerung liegen die Riesenfische fast unbeweglich am Grund, dann aber kommt Bewegung in die schuppenlosen, schleimigen Körper. Die abgeplatteten Köpfe heben sich aus dem Mulm und die langen Afterflossen peitschen den Untergrund. Kleine, schwarze Knopfaugen schauen munter und gierig in die Runde. Es zwickt in den Eingeweiden. Eine todbringende Armada rüstet zum Feldzug. Gegner ist der Hunger. Und der kann nur mit Unmengen von Beutefischen gestillt werden.  Einer nach dem anderen verlässt seine Schlafstätte. Wie Wesen aus einer anderen Welt streben sie der schwarzen Weite zu, Schlammfontänen hinter sich herziehend. Die langen Barteln tasten nach Beute, mit den kleinen Seeorganen suchen sie ruhelos die Umgebung ab. So durchstreifen sie kilometerlang Seen und Flüsse, alles verschlingend, dessen sie habhaft werden können. Gegen Morgen kehren sie zielsicher zu ihrem Schlafplatz zurück, egal wie weit sie geschwommen sind.
Welse sind also keine Nomaden, die ziellos rauben und sich jeden Tag eine neue Unterkunft suchen. Ortstreu finden sie sich immer an denselben Stellen ein. Wo diese liegen und wie tief, weiß man nur sehr ungenau, denn Welse unter Wasser zu finden gleicht einem Glücksspiel zu dem man außerdem noch viel Erfahrung mitbringen muss.
Als sicher kann gelten, dass die meisten Waller nicht wesentlich tiefer als 30 m rauben, denn nur unweit einer dem Autor bekannten Wallerwohnsiedlung lag in 45 m Tiefe 3 Jahre lang die Leiche eines Ertrunkenen, der von der Kälte konserviert keinerlei Fraßspuren aufwies. Was die walzenförmigen Riesenfische im Freiwasser treiben, entzieht sich allen Nachforschungen. Vermutlich folgen sie aber gelegentlich den großen Reinanken - Schwärmen, um sich einige Leckerbissen zu genehmigen.
Wird das Gewässer von Schwingrasen umsäumt, erwühlen sich Welse darunter regelrechte Höhlensysteme, in denen sie den Tag verbringen. In dieser unheimlichen und lichtlosen Welt begegnet man auch den sagenumwobenen Speisekammern der Waller. In ihnen werden dichte Schwärme von Rotaugen, Lauben und Karauschen quasi als Lebendfutter gehalten. Instinktiv schaffen die gierigen Räuber beim Wühlen mit ihren gewaltigen Körpern auch Raum für schutzsuchende  Friedfische, die sich zu Tausenden in der Finsternis einfinden und den Wallern als pulsierender Vorrat dienen. Wie im Schlaraffenland müssen sie sich fühlen, wenn ihnen das Fressen sozusagen von alleine ins riesige Maul schwimmt.  
Ein Mysterium bleibt, was Welse im Winter machen. Etwa ab Mitte Oktober verlassen sie ihre Schlafstätten und verschwinden im Niemandsland ihrer Gewässer. Nie gelang es einem Taucher oder UW-Fotografen diese Lebensperiode zu sehen bzw. zu fotografieren. Graben sie sich im Schlamm ein? Verstecken sie sich im Schilf? Liegen sie auf uferfernen Untiefen? Tarnen sie sich zwischen versunkenen Bäumen? Warum überhaupt verlassen sie ihre Sommer-Ruhestätten? Ein Rätsel, das noch seiner Auflösung bedarf.
Ebenfalls ungeklärt ist, wie gut oder wie schlecht der Wels sehen kann. Manche Wissenschaftler glauben, dass sein Sehvermögen schlecht sein muß, weil die Augen so klein sind und er sie ohnehin bei Nacht nicht benötigt. Andere Experten wiederum bescheinigen ihm gerade deshalb gute bis sehr gute Sehkräfte in der Dämmerung. Niemand kennt die Wahrheit. Ebenso ist unbekannt, ob der Waller Farben sehen kann oder nicht. Tatsache ist: Wenn der Waller nicht will, dass man ihn sieht, besteht keine Chance. Er registriert mit seinem empfindlichen Seitenlinienorgan die Nähe von Schwimmern, Schnorchlern und Tauchern lange bevor diese ahnen, daß unser größter Raubfisch in der Nähe liegt.

Finsterlinge

Sogenannte Monsterwelse tauchen in schöner Regelmäßigkeit alle Jahre in der Presse auf. Was an diesen Geschichten Wahrheit oder Dichtung ist, lässt sich nur schwer feststellen.
Als Ungeheurer vom Zwischenahner Meer, einem 565 Hektar großen deutschen Binnensee nahe der niedersächsischen Stadt Oldenburg, sorgte im Frühjahr 1979 ein angeblich 3,5 Meter langer und über 200 Kg schwerer Riesenwels für Schlagzeilen. Er fraß laut Angaben der örtlichen Sportfischer den halben Fischbestand und dezimierte das Vorkommen der Wasservögel. Ein Pudel und ein Dackel verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Eltern verboten ihren Sprösslingen das Baden. Der dortige Angelverein setzte eine Fangprämie von 3000 Euro aus und blies zur Hatz auf den Leviathan, Taucher stiegen mit Harpunen und Kameras ins Wasser, Sensationsreporter aus Presse, Funk und Fernsehen nisteten sich in den umliegenden Gasthäusern ein. Zwei Gendarmen der örtlichen Wasserschutzpolizei, die den Monsterfisch beim Rauben an der Wasseroberfläche beobachteten, protokollierten im Logbuch, daß der Fischgigant nur unwesentlich kürzer als ihr 5 m langes Dienstboot gewesen sei.
Moby Dick, wie Touristen und Fischer das Monster tauften, wurde allerdings nie gefangen und später auch nie mehr gesichtet. Für einen Sommer lang wurde so das Zwischenahner Meer zum deutschen Loch Ness. Jahre später präsentierte der Hobbytaucher Hubertus Peus aus Papenburg ein UW-Foto, auf dem ein Wels zu sehen war, der den beschriebenen Riesenfisch darstellen sollte. Gemacht wurde das Bild unter dem Bootssteg eines Hotels. Bernd Ergert, der damalige Direktor des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums taxierte das Gewicht des Wallers auf 150-200 Kg. Eine echte Sensation. Vielleicht gibt es ihn wirklich, den Big Boss vom Zwischenahner Meer.
Glück im Unglück hatte ein Berufstaucher in Ostdeutschland, der unter Wasser einen Brückenpfeiler auf seine Haltbarkeit untersuchen sollte und dabei einen Riesenwels bei der Siesta störte. Der kapitale Fisch, vermutlich über 2,5 m lang und geschätzte 150 Kg schwer, attackierte den Eindringling mit wilden Kopfstößen, so dass diesem mehrere Rippen gebrochen wurden und er letztendlich in der Strömung um sein Leben kämpfen musste. Selbst der Einsatz des Tauchermessers konnte den wild gewordenen Waller nicht bremsen. Letztendlich half nur noch die Flucht, wobei der Unhold den Taucher bis ans Ufer verfolgte. Kollegen zogen den Verletzten an Land, wo er im Krankenhaus versorgt werden musste. Silurus glanis hatte sein Revier erfolgreich verteidigt.
Über die Kraft und die Ausdauer von Welsen wurde schon viel geschrieben, vielleicht auch etwas übertrieben. Kein Märchen ist hingegen das Abenteuer zweier Bodenseefischer, die am Wochenende in einem Ruderboot zum Angeln fuhren. Kaum war die Rute mit einem Rotauge am Haken ausgelegt, bog sie sich fast kreisförmig in Richtung Wasser. Ein Wallergigant hatte angebissen. Doch die Freude über den unerwarteten Fang währte nicht lange. Aus den Jägern wurden alsbald Gejagte.
Der Riesenfisch zog das Boot mit Macht über den See. Die Höllenfahrt wollte kein Ende nehmen, der Wels schien keine Müdigkeit zu verspüren. Mehr als 11 Stunden wähnten sich die Sportfischer zwischen Himmel und Hölle, waren mittlerweile so groggy, dass sie in ihrer Verzweiflung die Schnur kappen wollten. Zwischenzeitlich galten die beiden Angler auf dem Bodensee als verschollen, die Familien hatten in Sorge um das Leben der Männer die Wasserschutzpolizei alarmiert. Als man sie fand war das Ruderboot noch in voller Fahrt. Erst mit Unterstützung weiterer Helfer konnte der Gigant beigeholt werden. Er war nach verlässlichen Angaben größer als das Boot. Doch dann verfing sich die Schnur in einer Ruderhalterung, der Fisch bäumte sich mit Urgewalt auf, riß sich den Haken aus dem Maul und verschwand wie ein Dämon in der Tiefe. Zurück blieben zwei erschöpfte Sportfischer, mehrere ratlose Helfer und eine Menge Fragen. War das einer der letzten Riesen im Bodensee?

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