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Was lebt im Mittelmeer?

Ein Bestimmungsbuch für Taucher und Schnorchler

Mochael Goldschmidt 9.00

Im Spätsommer 1999 erschien der von den Diplom-Biologen Dr. Matthias Bergbauer und Bernd Humberg verfasste KOSMOS-Naturführer „Was lebt im Mittelmeer“. Angesichts vieler Neuerscheinungen von Bestimmungsbüchern, die die tropischen Meere inhaltlich abdecken, ist diese Publikation besonders wertvoll, widmet sie sich der „Wiege des Tauchsports“ und somit dem sommerlichen Urlaubsziel unzähliger Sporttaucher und Schnorchler. UnterWasserWelt hat im reich bebilderten Naturführer geschmökert.

Beide Autoren sind schon seit über 20 Jahren dem Tauchsport eng verbunden. Dr. Matthias Bergbauer, Jahrgang 1956, hat sich bereits als Fachbuchautor mit dem Titel „Giftige und gefährliche Meerestiere – Sicherheit und Erste Hilfe“ profiliert, Bernd Humberg, Jahrgang 1960, publizierte die Titel „ Europäische Binnengewässer“ und „Karibik – Niedere Tiere“. Seine journalistische Laufbahn begann er als erster Chefredakteur des Fachmagazins „Divemaster“, heute ist er als Pressereferent von HTM MARES tätig.

Übersichtlich gegliedert fasst der Naturführer alle Lebensformen im Mittelmeer zusammen. Einzeller und Pflanzen, wirbellose Tiere (Schwämme, Nesseltiere, Quallen, Korallen), Moostierchen, Würmer, Weichtiere (Schnecken, Muscheln), Krebstiere, Stachelhäuter, Seescheiden und Fische sind mit eigenen ausführlichen Rubriken vorhanden, die farblich gekennzeichnet sind und beim raschen Durchblättern schnell gefunden werden. Somit deckt dieses Buch wirklich alle Bereiche der Fauna und Flora ab.  In einer gut gestalteten Einführung werden die unterschiedlichen Lebensräume – Hartböden, Sedimentböden, Seegraswiesen, Freiwasser und Felsküsten – vorgestellt und die später im Bestimmungsteil in diesem Zusammenhang verwendeten Symbole eingeführt. Zur schnellen Orientierung sind markante Arten und  Vertreter der einzelnen Lebensformen in den ausklappbaren Umschlagseiten grafisch gestaltet abgebildet. Auf diese Weise können selbst beobachtete Tiere und Pflanzen rasch bestimmt  oder der Suchbereich im Inneren des Buches stark eingegrenzt werden.

Wichtig sind für die Qualitätsbeurteilung eines Bestimmungsbuches zwei Faktoren: Kompetenz und Verständlichkeit der begleitenden Texte sowie die Aussagekraft und der Wiedererkennungswert der dargestellten Spezien im Bild.

Zunächst zum Text. Untergliedert in bis zu 4 informative Abschnitte – Kennzeichen, Verwechslungsmöglichkeiten, Lebensraum und Verbreitung, Wissenswertes – vermitteln die Textblöcke prägnant und leicht verständlich alles, was an Kernwissen notwendig ist. Rund 1200 Stichworte sind im Index sortiert, von Acanthella bis Zylindrische Seefeder. Als Suchbegriffe dienen die gebräuchlichen deutschen Benennungen und wissenschaftlichen lateinischen Namen, um alle Unklarheiten auszuschließen. Im Bestimmungsbereich selbst werden vordergründig die deutschen Namen verwendet, der wissenschaftliche Name aber kleiner gedruckt daneben gestellt. Die Autoren verzichten weitmöglichst auf die Verwendung von biologischem Fachvokabular. Dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, sind die Fachbegriffe im Einführungsbereich erklärt oder im eigenen Glossar, das 49 Begriffe auflistet, zusammengetragen.  Die in den Texten vermittelten Fakten zeichnen ein genaues Bild der besprochenen Art und vermitteln jedem interessierten Leser ein wertvolles Grundwissen. Insgesamt dient der Naturführer nicht nur der Bestimmung allein, die textlichen Inhalte laden auch zum Schmökern ein.

Schwieriger fast als die Texte zu formulieren ist es in der Regel das geeignete Bildmaterial für ein aussagekräftiges Bestimmungsbuch zu finden. Meist sind die Aktivitäten von Unterwasser-Fotografen auf Landschaften, Wracks oder anspruchsvoll gestaltete Szenen mit Mensch und Tier ausgerichtet, weniger auf die handwerklich gut realisierte Dokumentation aller Fauna und Flora im besuchten Tauchgebiet. Auch sind die Anreize in tropischen Meeren zu fotografieren meist größer, als im Mittelmeer,  das sein breites Spektrum an Farben und Formen meist nur im Schein von Blitzlicht oder Taucherlampen entfaltet. Wer fotografiert schon so „unspäktakuläre“ Dinge wie Seeigel,  Flundern, Seegras oder Seegurken – um nur einige Beispiele zu nennen.  So ist klar, dass die beiden auch fotografisch beschlagenen Autoren den Großteil der verwendeten Bilder aus dem eigenen Archiv schöpfen konnten, das in langjähriger Arbeit  entstand und motivbezogen über die Jahre aktuell ist. Aber auch die vielfache Preisträgerin  bei UW-Fotowettbewerben, Manuale Kirschner,  steuerte 18 Aufnahmen bei, der „Foto-Pabst“ Herbert Frei deren 12. Dreizehn Bilder stammen von 6 weiteren Bildautoren.  Mehr als 450 Fotos insgesamt unterstützen die Texte. Trotz des günstigen Verkaufspreis von DM 49,90 (Euro 25,51) ist die drucktechnische Verarbeitung der Abbildungen durchaus zufriedenstellend. Die inhaltliche Qualität der Abbildungen (Wiedererkennung von beobachteten Arten) ist hoch, es wurde durchgängig darauf geachtet, dass die Spezien in ihrem Lebensraum markant dargestellt werden.

Fazit

Taucher und Schnorchler finden gleichermaßen Information und Aufklärung in diesem Naturführer. Natürlich können nicht ausnahmslos alle im Mittelmeer anzutreffenden Vertreter der Fauna und Flora berücksichtigt werden, doch die langjährige Taucherfahrung der Autoren in diesem Gebiet half bei der sicheren Auswahl und Darstellung von über 360 Arten, die häufiger zu beobachten sind. Als Bestimmungsbuch und Nachschlagewerk zugleich wird „Was lebt im Mittelmeer“ langfristig zu den Top-Naturführern zu zählen sein.

Erschienen im Franckh-Kosmos-Verlag, ISBN 3-440-07733-0, zu beziehen über den Buchhandel und bei AMAZON, Preis ca. € 25,51

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